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Schutzprojekte

baerenstummela2Eine der Hauptaufgaben moderner Zoologischer Gärten ist die Zucht und Erhaltung seltener Tierarten, von denen viele im Freiland bereits stark bedroht oder sogar ausgerottet sind. Alljährlich verschwinden aufgrund von Lebensraumzerstörung, Wilderei und Kriegswirren viele Tierarten unwiederbringlich von unserer Erde. Alleine in den letzten 200 Jahren sind über 50 Säugetierarten ausgerottet worden, wie z.B. der Auerochse in Europa, das Quagga in Südafrika oder der Beutelwolf in Australien.
Die im Weltzooverband (WAZA) zusammengeschlossenen Zoologischen Gärten haben es sich zum besonderen Ziel gemacht, einerseits durch international koordinierte Erhaltungszuchtprogramme und andererseits durch den Schutz natürlicher Lebensräume die bedrohten Tierarten vor der völligen Ausrottung zu bewahren.

Auch der Zoo Duisburg beteiligt sich an diesen Aufgaben, pinselohr1
die sowohl im Zoo als auch im Freiland durchgeführt werden. In so genannten ex-situ Projekten
(d.h., Projekte die außerhalb des natürlichen Lebensräume der Tiere und somit im Zoo durchgeführt werden), betreibt der Zoo Duisburg die Haltung, Zucht und Erforschung zahlreicher bedrohter Tierarten. So werden im Zoo Duisburg die internationalen Zuchtbücher für Bärenstummelaffe, Fossa und Pinselohrschwein, koordiniert. Dies bedeutet, dass der Weltzoobestand dieser selten Tierarten vom Zoo Duisburg aus verwaltet wird, mit dem Ziel, eine genetisch gesunde Zoopopulation zu bewahren. Darüber hinaus beteiligen sich die Zoologischen Gärten an in-situ Projekten, die zum vorrangigen Ziel die Erforschung und Erhaltung natürlicher Lebensräume in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten der in den Zoos gehaltenen Tierarten haben. Neben dem Schutz der verbliebenen intakten Lebensräume und der dort vorkommenden Tier- und Pflanzenwelt zählen hierzu auch die Bemühungen zur Wiederansiedlung im Freiland bereits ausgerotteter Arten sowie die Einbindung der lokalen Bevölkerung in den Natur- und Artenschutz.
 
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2 Cent für Artenschutz

loewenaffe2Alle Forschungs-, Schutz- und Wiederansiedlungsprojekte verschlingen viel Geld, das aus dem Etat des Zoo Duisburg nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt werden kann. Daher hat der Zoo den ‚Cent für Artenschutz’ eingeführt. Von jeder verkauften Zoo-Eintrittskarte wird ein Anteil von 2 Cent für internationale Artenschutzprojekte bereitgestellt. Durch den Kauf einer Eintrittskarte unterstützen die Zoobesucher ausgewählte Schutzprojekte des Zoo Duisburg, wie z.B. den Schutz des Atlantischen Regenwaldes in Südamerika, dem natürlichen Lebensraum der Löwenaffen und Faultiere. Eine Ausstellung mit ausführlichen Informationen zu diesem Schutzprojekt ist im Affenhaus gegeben.
 
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Fossa-Fonds

fossa2Seit den 1990er Jahren verwaltet der Zoo Duisburg das International Zuchtbuch der seltenen Fossa, dem größten Raubtier auf der Rieseninsel Madagaskar. Ziel des Zuchtbuches ist es, eine genetisch intakte Zoopopulation der Fossa zu bewahren. Ein weiteres Ziel des Zuchtbuches ist es jedoch auch, das Überleben der Fossa im Freiland zu sichern. Aufgrund anhaltender Abholzung der Wälder Madagaskars, dem natürlichen Lebensraum der Fossas, sowie stetiger Wilderei ist der Wildbestand dieser nur auf Madagaskar heimischen Raubtiere auf weniger als 2.000 Individuen geschrumpft. Dies ist eine verschwindend geringe Zahl auf einer Insel, die 2½ mal so groß ist wie Deutschland.

In Anlehnung an das Zuchtbuch initiierte der Zoo Duisburg den Fossa-Fonds, um Gelder für Schutzprojekte auf Madagaskar zu generieren. Mit den bislang eingeworbenen Geldern konnten die ersten Freilandstudien an Fossas finanziert werden, um biologische Grundkenntnisse über diese seltene Tierart zu gewinnen, lokale Forscher mit Feldmaterial ausgestattet werden, eine Zuchtstation auf Madagaskar aufgebaut werden und ein neues Schutzgebiet im Nordwesten der Insel etabliert werden.
 
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WAPCA

wapcaDie West African Primate Conservation Action (WAPCA) ist ein Zusammenschluss mehrerer Zoologischer Gärten und Naturschutzverbände, die sich um den Erhalt der bedrohten Affenarten in den verbliebenen tropischen Regenwälder in Westzentral-Afrika bemühen, die aufgrund von Lebensraumzerstörung und Wilderei in nur noch kleinen Restpopulationen überleben.
 
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AKF

AKFlogoDie Australian Koala Foundation (AKF) ist eine internationale gemeinnützige wissenschaftliche Gesellschaft, die sich um den Erhalt des Koalas bemüht, dessen Bestandszahlen in den letzten 100 Jahren von mehreren Millionen auf heutzutage ca. 250.000 Tiere zurückgegangen ist, und der gebietsweise in Australien bereits ausgerottet ist. Neben dem Schutz des verbliebenen Lebensraumes der Koalas bemüht sich die AKF um wissenschaftliche Forschung an den Tieren, speziell deren Bedürfnisse an den natürlichen Lebensraum betreffend, und um wertvolle Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung.
 
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Voronosy

StiftungArtenschZum Schutz des stark bedrohten madagassischen Blauaugenibis (auf madagassisch Voronosy) sowie weiterer seltener Tierarten auf Madagaskar wurde unter Beteiligung mehrerer Zoologischer Gärten sowie der Stiftung Artenschutz in der Bucht von Bombetoka im Nordwesten Madagaskars das Voronosy-Schutzgebiet für Naturschutz und Erholung geschaffen. Das neue Naturreservat bietet nicht nur den dortigen Tierarten einen geschützten Lebensraum, sondern der lokalen Bevölkerung gesicherte Arbeitsplätze als Parkranger oder im Ökotourismus.
 
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Yaqu Pacha

jaqupachaDie im Jahr 1992 gegründete Gesellschaft Yaqu Pacha widmet sich ganz dem Schutz wasserlebender Säugetiere Südamerikas, wie sie im Zoo Duisburg mit den sehr seltenen und im Freiland z.T. stark bedrohten Amazonas Flussdelfinen oder den Riesenottern gegeben sind. Gemeinsam mit einigen Partnerzoos unterstützt der Zoo Duisburg wertvolle Schutzprojekte in Südamerika, um die wasserlebende Säugetierwelt Südamerikas zu bewahren.
 
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SANCCOB

sanccob-logo-colour-high-res-2Die South African Foundation for the Conservation of Coastal Birds (SANCCOB) ist eine gemeinnützige Rettungsstation für Meeresvögel mit Sitz in Kapstadt in Südafrika. Der Zoo Duisburg und viele andere Zoologische Gärten unterstützen die Station, die sich u.a. um den Schutz der verbliebenen Brutkolonien der bedrohten afrikanischen Brillenpinguine bemüht.
 
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ZGAP

zgap-logo2011jpgDie Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) wurde im Jahr 1982 gegründet. Die Mitglieder der ZGAP stammen aus ganz Deutschland und schließen neben Zoologischen Gärten auch engagierte Naturschützer ein. Die ZGAP engagiert sich weltweit vornehmlich für den Erhalt wenig bekannter, jedoch stark bedrohter Tierarten und für den Schutz ihrer Lebensräume.
 
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Stiftung Artenschutz

StiftungArtenschDie Stiftung Artenschutz ist eine Gemeinschaftsinitiative von 45 Zoologischen Gärten, Tierparks und Naturschutzorganisationen. Erklärtes Ziel ist der Erhalt existenziell gefährdeter Tierarten, für die es bislang keine ausreichende finanzielle Unterstützung gibt, sowie der Schutz ihrer ursprünglichen Lebensräume. Hierfür werden gezielt Förderer gesucht, die die Projekte zum Schutz der Tiere finanziell unterstützen.


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