Duisburger Fabelwesen haben erneuten Nachwuchs

ameisenbaerku2Große Ameisenbären gehören mit ihrer langen „Pinocchioschnauze“, dem buckligen Körper und buschigen Schwanz zu den wohl merkwürdigsten Tieren im Zoo Duisburg. Zu sehen sind diese Fabelwesen auf der Südamerikafreianlage, wo sie mit den ebenfalls skurrilen Flachlandtapiren vergesellschaftet sind. Große Ameisenbären sieht man in Zoologischen Gärten immer noch recht selten. Die schäferhundgroßen Bewohner südamerikanischer Savannen verspeisen am liebsten Ameisen und Termiten. Ihr knapp meterlanger Kopf ist zu einer leicht abwärts gekrümmten Röhre umgebaut und endet in einem winzigen Mundspalt, durch den die
60 cm lange, wurmförmige Peitschenzunge sich tiefer und tiefer in Ameisen- und Termitenbauten leckt. Was nicht passt, wird passend gemacht, sprich: mit den fast schon monströsen 10 cm langen und enterhakenförmigen Krallen der Vorderpfoten reißt der Große Ameisenbär Erdbauten mühelos auf. Wer die sonst friedlichen Tiere reizt, fängt sich tiefe Wunden ein!

Am klebrigen Speichel bleiben schließlich die beißenden Insekten hängen und werden beim „Rückzug“ der Leimruten-Zunge von speziellen Hornpapillen am Gaumendach abgeschabt. Für den Betrachter kaum mehr auszumachen, flitzt die Zunge bis zu 160 Mal in der Minute heraus und nimmt den Beutetieren jegliche Chance zu entkommen. In der Tiergärtnerei hat man die Großen Ameisenbären schon lange erfolgreich auf eine Ersatznahrung umstellen können: als Futter bietet man ein dickbreiiges Gemisch aus durchgedrehtem Fleisch, Hundekuchen, Obst, Gemüse, Joghurt, Honig, Milch und Wasser, dem Vitamin- und Mineralstoffe sowie ein wenig Heilerde beigemischt werden.

Große Ameisenbären sind durch die illegale Bejagung und die Zerstörung des natürlichen Lebensraumes bestandsgefährdet. Die Zoos wirken seit langem mit einem Zuchtprogramm entgegen. Hier leistet der Zoo Duisburg erneut einen wichtigen Beitrag, denn seit einem Monat tummelt sich auf der Anlage schon der sechste Nachwuchs in sechs Jahren.

Allein diese kleine zoologische Sensation ist schon einen Besuch am Kaiserberg wert – erst recht, um mitzuerleben, wie sich das junge Ameisenbär-Mädchen mit dem ebenfalls erst einmonatigen weiblichen Tapir verträgt.