Erstmals Albino-Känguru

kaenguruhalbino1Nachwuchs bei den Bennett-Kängurus, den mit 1 m Körpergröße mittelgroßen Vertretern der über 50 verschiedenen Känguru-Arten Australiens, Tasmaniens und Neuguineas, ist nicht unbedingt eine Seltenheit im Zoo Duisburg. Die Pfleger staunten aber nicht schlecht, … als ihnen vor wenigen Wochen bei der morgendlichen Kontrollrunde durch ihr Revier ein schneeweißer, tennisballgroßer Kopf aus dem Beutel eines Muttertieres entgegen gestreckt wurde: Duisburgs erstes Albino-Känguru wächst da gerade heran!
Grundsätzlich krabbelt nach einer kurzen Tragzeit von nur 29-30 Tagen das nur 2 cm lange und Gummibärgroße, 2 g leichte, völlig nackte und blinde Jungtier selbständig in den Beutel der Mutter und saugt sich an einer der vier Zitzen fest. Erst im Alter von 4 Monaten blickt das eigentlich bräunlich-graue Jungtier erstmalig aus dem Beutel. Mittlerweile hüpft das Albino-Känguru immer wieder mal selbständig über die Anlage und sucht immer seltener Schutz im mütterlichen Beutel. Nach spätestens 12 Monaten ist endgültig Schluss mit dem „Einsitzen“: das Känguru ist zu groß für den Beutel geworden. Und schließlich wird es Zeit für den nächsten Nachwuchs. kaenguruhalbino2
Albinismus ist eine Sammelbezeichnung für angeborene Störungen in der Biosynthese der Melanine (Pigmente oder Farbstoffe) und der daraus resultierenden helleren Haut-, Haar- und Augenfarbe. Betroffene Tiere nennt man Albinos, betroffene Menschen ziehen meist die neutralere Form „Menschen mit Albinismus“ vor. Albinismus kommt beim Menschen weltweit mit einer Häufigkeit von etwa 1:20.000 vor. Im Tierreich dürfte das ähnlich sein.
Besucher und Pfleger haben das noch namenlose und erst noch in seinem Geschlecht zu bestimmende Känguru sofort ins Herz geschlossen. Es sieht ja auch süß aus: rosa Schnauze und rosa Augen auf schneeweißem Grund. Im krassen Gegensatz hüpfen auch junge „Normalos“ über die Anlage, die sich, so scheint es, an ihren Artgenossen erst noch gewöhnen müssen.