Fossa-Nachwuchs erkundet das Außengehege

13.03.2020

Die drei Fossa-Jungtiere, der Kater Mangoro und seinen beiden Schwestern Tanjana und Beroketa, halten ihre Mutter Kinja ziemlich auf Trab. Seit einigen Tagen erkunden sie nun neugierig das Gehege, wo auch Besucher erstmals einen Blick auf die mittlerweile acht Monate alten Fossas werfen können. Sie sind weltweit die einzigen, die im vergangenen Jahr in einem Zoo aufgewachsen sind.

Am Kaiserberg lebt die europaweit größte Zoopopulation der gefährdeten Fossas. Sieben Gehege hinter den Kulissen und die drei für den Besucher einsehbaren Anlagen bilden einen individuell unterteilbaren Gehege-Komplex. „Dies ermöglicht uns, individuell auf die Bedürfnisse der einzelgängerischen Fossas zu reagieren und erwachsene Tiere während der Paarungszeit behutsam zusammen zu führen“, erklärt Revierleiter Mike Kirschner. Auch die Kinderstube der Fossas ist hinter den Kulissen untergebracht, mit Vater Andapa haben die Kleinen aber keinen Kontakt. „Fossas sind Einzelgänger und treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Daher ziehen die Weibchen den Nachwuchs auch alleine auf“, weiß der Tierpfleger.

Als im Zoo Duisburg vor knapp 40 Jahren die erste Fossa in einem deutschen Zoo geboren wurde, dachte noch niemand daran, dass sich Duisburg zum weltweit erfolgreichsten Zuchtzentrum der eleganten Raubtiere entwickeln würde. Zuvor war die Zucht nur im französischen Montpellier gelungen – und diese, weltweit erste in Menschenobhut aufgezogene Fossa wurde das erste Zuchtweibchen im Duisburger Zoo. Seit Beginn der Fossahaltung in Duisburg konnten 68 Tiere erfolgreich aufgezogen und an 28 Einrichtungen in 15 Ländern abgegeben werden. Aufgrund der einzigartigen Erfolge begründete der Zoo in Duisburg 1994 daher das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) und einige Jahre später das Internationale Zuchtbuch (ISB) für die bedrohte Tierart und  koordiniert beide seitdem. Seit Anfang 2016 ist Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter in Duisburg, verantwortlich für den europäischen Zoobestand der charismatischen Raubtiere und stimmt sich über das Internationale Zuchtbuch mit den zuständigen Kollegen in anderen Weltregionen ab. „Das Fossa-EEP ist mit dem Allzeithoch von derzeit 34 teilnehmenden Einrichtungen in Europa und Asien auf einem sehr guten Weg. In den vergangenen Jahren sind sowohl die Anzahl der Tiere, wie auch die Anzahl der Zoos, die diese bedrohte Tierart halten, gestiegen.“, freut sich der Biologe.

Die Fossa ist das größte auf Madagaskar lebende Raubtier. Lebensraumverlust und Jagd setzen den bis zu 15 kg schweren Raubtieren zu. Genaue Bestandszahlen gibt es nicht, aber Schätzungen gehen davon aus, dass es im ungünstigsten Fall nur noch rund 2.500 Tiere auf Madagaskar leben. „Der vom Zoo Duisburg 1995 initiierte und seither verwaltete ‚Fossa-Fonds‘ soll Fossas im Freiland schützen“, so Pfleiderer. In den letzten Jahren wurden über den Fonds beispielweise Gelder für Maßnahmen zur Umweltbildung, gegen die Entwaldung und gegen die Bejagung der Fossas bereitgestellt.