Generationswechsel im Zoo: Zwei neue Zwergotter sind eingezogen

Mit dem jungen Pärchen hofft das Zoo-Team an frühere Zuchterfolge anknüpfen zu können

Lange Zeit ist es auf der Anlage der asiatischen Kurzkrallen-Zwergotter des Zoo Duisburg beschaulich zugegangen. Die zwei verbliebenden Otter hatten bereits ein hohes Alter erreicht und waren nur selten für Besucher zu sehen. Mit einem neuen Zuchtpaar läutet der Zoo nun den Generationswechsel ein.

Zunehmende Altersgebrechen sowie eine Arthrose schränkten das Zwergotter-Männchen zunehmend ein. Schweren Herzens mussten die Tierärztinnen im Zoo am Kaiserberg daher die Entscheidung treffen, den 19-jährigen Otter vor einigen Wochen zu erlösen. „Wenn ein Tier verstirbt, ist es für alle Beteiligten immer sehr traurig“, schildert Tierärztin Dr. Carolin Bunert die Situation. Mit seinen 19 Jahren erreichte das ehemalige Oberhaupt der Zwergotter-Familie ein biblisches Alter, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt für gewöhnlich bei rund 15 Jahren.

Seither lebte seine 14-jährige Partnerin alleine im Gehege. „Wir standen nun vor der Aufgabe, einen Partner im gleichen Alter für unsere alte Dame zu finden. Eine Vergesellschaftung auf unserer Anlage mit jüngeren Tieren wäre nicht möglich gewesen“, so der zoologische Leiter Johannes Pfleiderer. Im Tecklenburger Land wurde der Biologe fündig. Ein ebenfalls verwitweter Otter-Mann stellte sich als geeigneter Partner für einen gemeinsamen Lebensabend heraus, so dass einem Umzug nichts mehr im Wege stand. Beide Tiere dieser sozialen Art waren so nur kurze Zeit alleine und die Zusammenführung verlief ohne Probleme.
Nach einigen Wochen Leerstand zog nun die neue Generation in Duisburg ein. Ein junges Ottermännchen siedelte aus Antwerpen, ein junges Otterweibchen, beide 2015 geboren, aus dem belgischen Zoo Pairi Daiza an den Kaiserberg. Die beiden sollen hier für Zuwachs sorgen, erste Bemühungen in diese Richtung wurden schon beobachtet. Läuft alles gut, könnte sich noch in diesem Jahr der erste Otternachwuchs einstellen. „Langfristig hoffen wir, dass erneut ein Familienverband dieser durch Lebensraumverlust bedrohten Tierart in Duisburg heranwächst“, betont Pfleiderer.