Internationaler Tag des Zootierpflegers

02.10.2019

Im Zoo Duisburg kümmern sich 48 Tierpflegerinnen und Tierpfleger um das Wohl von über 9000 Tiere aus 400 Arten. Am Internationalen Tag des Zootierpflegers rückt der Beruf in den Fokus.

Sie kümmern sich um imposante Elefanten, quirlige Seelöwen, gemütliche Gorillas und flinke Riesenotter. Die Tierpfleger im Duisburger Zoo haben alle Hände voll zu tun, hungrige Mäuler zu versorgen und Gehege zu reinigen. Doch der verantwortungsvolle Beruf ist facettenreicher, als man auf den ersten Blick denkt. Der Internationale Tag des Zootierpflegers am 4. Oktober rückt das Berufsbild in den Fokus – denn ohne die Menschen hinter den Tieren wäre das Erlebnis Zoo nicht möglich.

Damit alle Tiere ihr tägliches Futter bekommen, beginnt der Tag für Richard Luhmer und seine Kollegen schon früh am Morgen. Bereits um 6.00 Uhr lädt das Team vom Futterhof Kisten voller Obst und Gemüse, säckeweise Pellets und Spezialfutter auf den Radlader. „Wenn wir alles aufgeladen haben, beliefern wir die einzelnen Arbeitsbereiche, die sogenannten Reviere des Zoos“, erklärt der Herr des Futters. Dabei ist Luhmer nicht nur für die Belieferung der Reviere zuständig – der gelernte Tierpfleger steuert auch die Futterlogistik des Zoos und stellt sicher, dass immer ausreichend viel Futter in den Lagern vorgehalten wird. „Wenn man sich überlegt, dass alleine ein Elefant pro Tag insgesamt rund 150 Kilo Gras, Heu und Saftfutter vertilgt kann man sich etwa vorstellen, wie viel Futter wir vorhalten, um unsere Tiere zu ernähren“, so Luhmer.

Während das Futter im Zoo verteilt wird, begrüßen die Tierpflegerinnen und Tierpfleger der einzelnen Reviere ihre Schützlinge – und fangen anschließend an, das Futter vorzubereiten, was ihnen zuvor frei Haus geliefert wurde. „Wir schlüpfen dann in die Rolle des Kochs“, schmunzelt Aline Steinbach, welche in der Futterküche der Tropenhalle Rio Negro gerade bergeweise Obst und Gemüse schnippelt. „Jede Tierart hat ihren eigenen, speziellen Futterplan, welcher auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist“, so Steinbach.Nicht nur die Futterbedürfnisse ihrer Schützlinge kennen die Pfleger genau, auch jede Eigenart, Bewegungsmuster und Verhaltensweisen sind ihnen bekannt. „Die Beobachtungsgabe und das Gefühl für die Tiere ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die ein Tierpfleger mitbringen muss. Sie arbeiten tagtäglich mit ihren Schützlingen. Ihnen fällt als erstes auf, wenn etwas im Argen liegt. Ohne sie sind wir aufgeschmissen“, verdeutlicht Tierärztin Dr. Kerstin Ternes.

Im regelmäßigen medizinischen Training bereiten die Tierpfleger ihre Tiere auch auf Routineuntersuchungen durch die Tierärztinnen vor. Das Training basiert auf Vertrauen und Spaß, ist nicht nur Vorsorge, sondern auch mentale Beschäftigung für die Bewohner des Zoos, so beispielsweise für die Elefanten. „Momentan bringen wir unseren drei Dickhäutern bei, dass Blutabnahme nicht schlimm ist. Durch spezielle Öffnungen in einer Trainingswand strecken Daisy, Saiwa und Etosha ein Ohr, die Tierärztinnen können dann Blut nehmen. Anschließend gibt es eine leckere Belohnung, z.B. Melonen oder Ananas“, erklärt Philipp Goralski, Revierleiter im Elefantenhaus.

Apropos Elefanten. Bei solch großen Tieren fällt natürlich auch sehr viel Mist an. Zu einer der Hauptaufgaben der Pfleger eines Zoos gehört daher natürlich das Putzen, Schrubben und Fegen der Gehege, was sie einen Großteil des Tages beschäftigt. Wenn es um die Umgestaltung von bestehenden Gehegen oder der Planung von neuen Anlagen geht, werden die Pfleger zu Innenarchitekten. Kreativität ist auch gefragt, um die Tiere im Zoo auf Trab zu halten. Mit Knabberästen für Giraffen oder mit Zebramist gefüllte Duftsäcke für Löwen, Tiger und Co. sind nur einige Beispiele, wie die Tierpfleger die aufwändige Suche nach Nahrung simulieren.

Manchmal werden Tierpfleger aber auch zu Ersatzmüttern. So wie bei Bennett-Känguru Lizzy. Ihre Mutter war verstorben, Lizzy als kleines, nacktes Känguru auf die Wärme des mütterlichen Beutels angewiesen. Ohne den beherzten Einsatz des Zooteams wäre auch Lizzy gestorben. Stattdessen zog sie in einen Stoffbeutel, wurde von ihren Pflegern ständig umher getragen und mit aus Australien importierter Kängurumilch versorgt. Mittlerweile ist Lizzy ein richtiger Känguru-Teenie und schon lange aus dem Haushalt ihrer Ersatzeltern ausgezogen. Sie konnte problemlos in die Gruppe Bennett-Kängurus im Zoo Duisburg integriert werden.