Nachwuchs bei den Pakas

30.08.2019

In der Tropenhalle „Rio Negro“ gibt es Zuwachs. Die südamerikanischen Pakas haben unerwartet Nachwuchs bekommen. Das Weibchen zog erst im Juli an den am Kaiserberg und war bereits bei der Ankunft trächtig. Mit etwas Glück können die Besucher den Zuwachs bereits beobachten.

Für das Zoo-Team ist die erste Aufzucht bei den Tieflandpakas ein großer Erfolg. Seit 2016 leben Vertreter der braun-weiß-gefleckten Tiere im Zoo am Kaiserberg und bewohnen dort ein Gehege in der Tropenhalle „Rio Negro“. Allerdings blieb der erhoffte Zuchterfolg aus. So reiste aus der Schweiz ein neues Weibchen an den Kaiserberg – und brachte unerwartet Zuwachs mit. „Bereits bei ihrer Ankunft war „Patty“ tragend“, erzählt Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter in Duisburg. „Da wir davon alle nichts wussten, war die Überraschung am Morgen sehr groß, als ein putzmunteres Jungtier zum Vorschein kam“.

Erstaunlich: Auch Männchen „Pedro“ kümmert sich vorbildlich um den Nachwuchs, schläft mit ihm zusammen in der Baumhöhle und begleitet es bei den Ausflügen im Gehege – obwohl er nicht der biologische Vater ist. „Er scheint es gar nicht zu wissen“, vermutet der Biologe. Für den Zoo ist dies nicht weiter tragisch. „Hauptsache das neue Pärchen harmoniert und das Jungtier wird gut versorgt“, betont Pfleiderer. Der Grundstein ist gelegt, und so hofft das Zoo-Team auch künftig, die sympathischen Pakas züchten zu können.

Das Tieflandpaka ist nach dem Wasserschwein und der Pakarana das drittgrößte Nagetier Südamerikas und zählt zu den 10 größten Vertretern unter weltweit fast 2.300 Nagetierarten. Auf der Suche nach Nahrung durchstreifen sie den tropischen Regenwald. Dabei müssen die bis zu 14 Kilogramm schweren Tiere immer auf der Hut sein, denn bei Jaguar, Anakonda und Waldhund stehen sie auf dem Speiseplan. Bei Gefahr flüchten sich die geübten Schwimmer daher ins Wasser und tauchen ab. Aber auch der Mensch rückt den Nagern zu Leibe. Ihr Fleisch gilt als Delikatesse und wird auf lokalen Märkten angeboten. Zudem werden sie in manchen Regionen als Ernteschädlinge verfolgt.