Neues Zuchtpaar bei den Madagaskar-Riesenratten

madagaskarratteSie sind zugegebenermaßen nicht ganz einfach zu entdecken, aber eingefleischte Zoobesucher wissen sofort, wo sie suchen müssen: im Warmhaus der Kattas auf der Schauinsland-Reisen-Lemureninsel gleich gegenüber dem Haupteingang des Zoos.

Auf Empfehlung der Zuchtbuch-Koordinatorin für diese bedrohte Tierart hat der Zoo Duisburg erst vor wenigen Tagen ein neues Zuchtpaar zusammenstellen können:
das Männchen kam aus dem tschechischen Pilsen, das Weibchen aus dem englischen West Midland Park. 
Derzeit starten beide zarte Annäherungsversuche, um die neue Umgebung und sich besser kennenzulernen.
Mit einem Gewicht von bis zu 1,4 kg sind die Riesenratten die größten Nagetiere auf der Insel Madagaskar. Ihre Ohren sind riesig. Die Nagetiere laufen gewöhnlich auf allen vier Pfoten, hüpfen aber auch häufig wie Kängurus auf ihren Hinterbeinen.
Das Verbreitungsgebiet der stark im Bestand bedrohten Madagaskar-Ratten beschränkt sich auf ein winziges, kaum 1000 m² großes Areal in der schmalen Küstenzone des westlichen Trockenwaldes von Madagaskar. Hier leben die Ratten in der permanent mit Trockenlaub bedeckten Bodenschicht der verbliebenen Waldregionen. Ihr sehr kleines Verbreitungsgebiet steht unter ständigem Druck der wachsenden Bevölkerung, die Raubbau an den verbliebenen Waldgebieten betreibt, in denen die Ratten noch überleben.
In Zoologischen Gärten werden Madagaskar-Ratten selten gehalten. Alle Tiere in Menschenobhut gehen auf den Zuchtstamm des Zoo Jersey zurück. Die Erstzucht in Deutschland gelang im Zoo Duisburg.
Die Vergesellschaftung der Riesenratten mit den Kattas und den Schwarz-weißen Varis wird im Zoo Duisburg seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert. Die weitaus wendigeren Lemuren lassen sich nicht selten von ihren Kletterstämmen und –ästen herab, um sich die tierischen Hausgenossen aus nächster Nähe anzusehen. Das wiederum nehmen die Riesenratten völlig gelassen hin.