Seltener Nachwuchs bei den „Wölfen der Flüsse“

otter_riesen2Das Riesenotterpärchen AMANA und MALDITO kam vor rund vier Jahren in den Zoo Duisburg und fühlte sich in der von Grund auf erneuerten Anlage mit großem Landgang und zum Plantschen und Tauchen einladenden Wasserbassin pudelwohl. Das quirlige Riesenotter-Paar bescherte dem Zoo am Kaiserberg kurz darauf mit der Geburt eines Jungtieres eine der größten zoologischen Sensationen der letzten Jahre. Gerade einmal 20 Tiere lebten zu der Zeit in europäischen Zoos und Duisburg war erst der vierte, dem die Nachzucht gelang!
Riesenotter sind in den Flüssen des tropischen Regenwaldes Südamerikas zuhause. In der spanischen Übersetzung werden die Riesenotter wegen ihrer stark ausgeprägten Eckzähne und ihrer Jagd nach Beute in größeren Verbänden auch die „Wölfe der Flüsse“ genannt. Die Bestände der fast 2 Meter großen Räuber leiden dramatisch unter der fortschreitenden Abholzung der Tropenwälder und der Verschmutzung der Flüsse. Weniger als 3000 Exemplare soll es noch geben. Im Zoo Duisburg ist man daher besonders stolz auf die mittlerweile kontinuierlichen Zuchterfolge bei dieser Art. Schließlich sehen die Zoologen in der erfolgreichen Familienplanung der Riesenotter einen wesentlichen Beitrag zum Artenschutz.
Jüngster Spross ist ein noch geschlechtlich unbestimmtes Jungtier, das Mitte Januar 2012 das Licht der Welt erblickte. Die Wurfboxen im Innenbereich sind videoüberwacht, und Pfleger wie Besucher können sich auf dem Flachbildschirm vor dem Innengehege selbst ein Bild davon machen, wie liebevoll sich nicht nur Mutter AMANA um ihr Jungtier kümmert, sondern auch der Rest der mittlerweile 7köpfigen (!) Riesenotterfamilie Kontakt zum jüngsten Familienmitglied aufnimmt.
So langsam kommen die Temperaturen auch hierzulande wieder in Schwung, so dass der Außenbereich für die Riesenotter in den kommenden Tagen freigegeben werden kann. Die Besucher können dann über die riesigen Sichtscheiben ihren Lieblingen auf ihren Tauchgängen in klarem Wasser folgen und sie beim Herumtollen an Land beobachten. Es ist zum kugeln, wenn sich die überaus spielfreudigen Riesenotter in einen mit feinem Sand befüllten Gehegebereich – intern „Beachzone“ genannt – stürzen und ihren Körper darin regelrecht panieren!