Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Leptoptilus crumeniferus
Verbreitung: Afrika
Lebensraum:
Lebensweise: gesellig in großen Kolonien
Nahrung: Aas, Kleintiere
Grösse: bis 150 cm
Gewicht: bis 4 bis 9 kg
Paarungszeit: am Ende der Trockenzeit
Trag-Brutzeit: 29 bis 31 Tage
Wurf-Gelege: 2 bis 4 Eier
Geschlechtsreife: mit 4 Jahren
Lebenserwartung: bis 70 Jahre

Mit einer Scheitelhöhe von etwa 150 cm und einer Flügelspannweite um 300 cm gehört der Afrikanische Marabu zu den größten Storchenvögeln. Etwas kleiner bleiben zwei Marabuarten, die in Asien beheimatet sind.

Marabus zählen neben den Geiern zu den bekanntesten Aasfressern der afrikanischen Savanne. Als ausgezeichnete Gleitflieger schweben Marabus hoch in der Luft und halten nach geeigneter Nahrung Ausschau. Sobald sie ein totes Tier entdeckt haben, lassen sie sich zu Boden nieder. Im Streit um die besten Futterbrocken wissen sich Marabus gegenüber ihren schärfsten Nahrungskonkurrenten, den Geiern, zu behaupten. Mit ihrem riesigen, bis 35 cm langen Schnabel können Marabus die Haut verendeter Großtiere aufhacken, um an die inneren Organe zu gelangen. Hierbei erweisen sich die unbefiederten Hautpartien an Kopf und Hals von Nutzen.

Marabus beschränken sich keineswegs nur auf den Verzehr von Aas. Häufig erbeuten sie Heuschrecken und andere Insekten, Jungvögel, sowie Fische und Lurche, die an ausgetrockneten Wasserstellen eine leichte Beute darstellen. In zunehmendem Maße findet man Marabus heutzutage auf Müllhalden, wo die Vögel allerlei Kleingetier nachstellen.

Auffälligstes Merkmal der Marabus ist der nackte, fleischfarben, 25 bis 35 cm lange Kehlsack. Dieser steht nicht in Verbindung mit der Speiseröhre und hat somit keine Funktion als nahrungsspeichernder Kropf. Tatsächlich ist die Funktion des Kehlsacks bislang noch nicht eindeutig geklärt.

Marabus brüten in Kolonien und errichten ihre großen Horste auf hohen Bäumen oder auf Felsenklippen. Beide Elternvögel bebrüten die 2 bis 4 weißlichen Eier, aus denen nach 29 bis 31 Tagen die Jungvögel schlüpfen. Im Alter von etwa 4 Monaten sind die Jungvögel selbständig.

In Zoologischen Gärten werden Marabus recht häufig gehalten. Zuchterfolge stellen freilich auch heute noch eine Seltenheit dar. In der Natur sind Marabus noch weit verbreitet, zumal die Vögel aufgrund ihres Nutzens als Aasvertilger kaum gejagt werden.