amazonas_flussdelfin_zoo-foto_a
Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Inia geoffrensis
Verbreitung: Südamerika
Lebensraum:
Lebensweise: einzeln, paarweise oder in kleinen Gruppen
Nahrung: Fische, Krabben
Grösse: Männchen bis 275 cm Körperlänge, Weibchen bis 230 cm, Neugeborene 75 bis 80 cm
Gewicht: 100 bis 160 kg, Neugeborene 7 bis 8 kg
Paarungszeit: im Sommer
Trag-Brutzeit: 10 bis 11 Monate
Wurf-Gelege: 1 Jungtier
Geschlechtsreife: mit 4 bis 6 Jahren
Lebenserwartung: bis 30 Jahre

Im Gegensatz zu den meisten Wal- und Delphinarten lebt der Amazonas-Delphin nicht im Salzwasser der offenen Meere, sondern vielmehr im Süßwasser von Flüssen. Demzufolge wird der Amazonas-Delphin in die Gruppe der Flußdelphine eingeordnet. Das Verbreitungsgebiet des Amazonas-Delphins umfaßt die weiten Flußsysteme des Amazonas und des Orinokos in Südamerika.

Die recht sonderbar aussehenden Amazonas-Delphine, von den einheimischen Indianern auch Inias genannt, sind vor allem durch ihre weiche Haut mit ihrer rosa Färbung gekennzeichnet. Wie alle Flußdelphine verfügen die Inias über einen langen, pinzettenartigen Kiefer, auch Schnabel genannt, der mit über 100 Zähnen bestückt ist. Der Kopf der Tiere kann frei bewegt werden, da die Nackenwirbel, im Gegensatz zu den meisten anderen Delphinarten, nicht miteinander verschmolzen sind. Die Augen sind sehr klein, wobei das Sehvermögen jedoch als durchaus gut zu bezeichnen ist. Auffällig sind die riesigen, sehr breiten Flipper, die ein sehr enges Manövrieren in den teilweise schmalen Flußsystemen ermöglichen. Anstelle einer Rückenfinne findet sich ein langgestreckter Höcker.

Amazonas-Delphine leben zumeist als Einzelgänger. Nur zu Zeiten niedriger Wasserstände, wenn sich die Delphine an den wenigen wasserreichen Stellen der Flüsse konzentrieren, findet man Gruppenansammlungen, die bis zu 15 Tiere umfassen können. In der Regenzeit jedoch verlassen die Tiere die Hauptflüsse und verteilen sich in den weitläufigen Überschwemmungsgebieten der angrenzenden Wald- und Grasländer. Inias bevorzugen grundsätzlich langsam fließende Gewässer, in denen sie sich ähnlich langsam schwimmend fortbewegen. Tauchgänge dauern selten länger als 90 Sekunden.

In Zoologischen Gärten werden Amazonas-Delphine ausgesprochen selten gehalten. Die Bestände in der Natur sind rückläufig, zum einen durch die anhaltende Bejagung der indianischen Bevölkerung, insbesondere jedoch durch die anhaltende Zerstörung.