Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Macaca silenus
Verbreitung: Indien
Lebensraum:
Lebensweise: tagaktiv, in Gruppen bis maximal 30 Tiere
Nahrung: Früchte, Samen, Blüten, Blätter, Kleintiere
Grösse: Männchen 55 bis 65 cm, Weibchen 40 bis 46 cm
Gewicht: Männchen 5 bis 10 kg, Weibchen 3 bis 6 kg, Neugeborene 300 bis 400 g
Paarungszeit: ganzjährig
Trag-Brutzeit: 175 bis 185 Tage
Wurf-Gelege: 1 Jungtier
Geschlechtsreife: mit 5 bis 6 Jahren
Lebenserwartung: über 20 Jahre

Mit seinem glänzend schwarzen Fellkleid und seiner hellgrauen, das ganze Gesicht umrahmenden Mähne, die in einen langen Rauschebart ausläuft, ist der Bartaffe oder Wanderu unverwechselbar. Den Schwanz schmückt eine Endquaste, weshalb der Bartaffe im Englischen „Lion-tailed Macaque“, Löwenschwanz-Makak, genannt wird. Männliche Bartaffen werden bedeutend größer und kräftiger als die Weibchen.

Bartaffen durchstreifen in kleinen Trupps von 10 bis 30 Tieren die Bergwälder der indischen West-Ghats in Höhenlagen von 600 bis 1100 m. Zumeist bestehen diese Gruppen aus einem dominanten erwachsenen Männchen und mehreren Weibchen mit deren Jungtiere. Gemeinsam suchen die Tiere in den dunklen Baumkronen der immergrünen Wälder nach geeigneter Nahrung. Vornehmlich werden Früchte verspeist. Daneben fressen Bartaffen Blüten, Blätter und Sämereien. Auf den Waldboden klettern Bartaffen recht häufig herab, wo sie, auf allen Vieren laufend, nach heruntergefallenen Früchten sowie nach Insekten, Schnecken und Würmern Ausschau halten.

Bartaffen sind ganzjährig fortpflanzungsfähig. Nach einer Tragzeit von etwa 6 Monaten wird ein Jungtier geboren, was 12 bis 18 Monate lang gesäugt wird. Die Jungtiere bleiben bis zum Alter der Geschlechtsreife im Elternverband.

Bartaffen zählen zu den seltensten Affenarten der Welt. Eine Studie im Jahre 1993 erbrachte einen Bestand von weniger als 4000 Tieren im Freiland. Wie anderswo führt auch in West-Ghat die Landnahme durch den Menschen mit der damit verbundenen Abholzung der Wälder zu einem Rückgang der Tierwelt. Dringende Schutzmaßnahmen werden benötigt, um das Überleben der Bartaffen in Indien zu sichern. Wesentlich erfolgreicher sind die Zuchtbemühungen in menschlicher Obhut. Derzeit leben über 600 Bartaffen in den Zoologischen Gärten der Welt, die allesamt in einem internationalen Zuchtbuch geführt werden.