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Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Arctictis binturong
Verbreitung: Südostasien
Lebensraum:
Lebensweise: einzeln oder in kleinen Gruppen
Nahrung: hauptsächlich Früchte, aber auch Insekten, Vögel, Fische
Grösse: 61 bis 96 cm
Gewicht: bis 20 kg
Paarungszeit: zweimal im Jahr
Trag-Brutzeit: 88 bis 98 Tage
Wurf-Gelege: 1 bis 3 Jungtiere
Geschlechtsreife: nach 2,5 Jahren
Lebenserwartung: über 20 Jahre

Die meisten Vertreter der Familie der Schleichkatzen mit 70 Arten sind von schlanker, zierlicher Gestalt. Der Binturong, die größte Schleichkatze der Welt, ist mit einem Gewicht von bis zu 20 kg ein behäbiger Vertreter. Er gleicht eher einem kleinen Bären und wurde früher auch den Kleinbären zugeordnet. Das Fell ist rau, lang und meist dunkelgrau gefärbt. Der Kopf ist durch die langen, weißen Tasthaare und die langen Ohrbüschel charakterisiert.

Der Binturong ist nachtaktiv und lebt in erster Linie auf Bäumen. Seine Bewegungen sind langsam und bedächtig. Er springt nicht, kann aber mit Hilfe seiner kräftigen Beine und des unter Raubtieren (mit Ausnahme des Wickelbären) einzigartigen Greifschwanzes gut klettern. Berichten zufolge kann er auch gut schwimmen und tauchen. Auf dem Boden tritt er wie ein Bär mit der ganzen Sohle auf: eine für eine Schleichkatze sehr ungewöhnliche Fortbewegungsart!

Binturongs leben alleine oder in kleinen Gruppen, die aus einem Paar samt Nachwuchs bestehen. Innerhalb dieser Gruppen sind die Weibchen dominant. Das Weibchen kann zweimal im Jahr nach rund 90-tägiger Tragzeit Nachwuchs zur Welt bringen. Selbst nach der Geburt duldet das Weibchen den Partner noch in der Nähe, was unter Schleichkatzen unüblich ist. Die 1-3 Jungtiere nehmen nach sechs bis acht Wochen erstmals feste Nahrung zu sich und pflanzen sich mit rund 2,5 Jahren erfolgreich fort. Das höchste bekannte Alter eines Binturongs in menschlicher Obhut betrug 25 Jahre.

In Zoos werden Binturongs nicht häufig gezeigt. Die Welterstzucht gelang erst 1962 im Zoo Dresden. Mittlerweile gibt es für den Binturong ein so genanntes Europäisches Zuchtbuch. Alle Daten über die Tiere werden von teilnehmenden Zoos an einen zentralen Zuchtbuchführer weitergeleitet. Letzterer kann Empfehlungen hinsichtlich der Abgabe oder der Beschaffung aussprechen und auf diese Weise bei der Partnerwahl helfen. Denn Nachzucht ist die entscheidende Voraussetzung, damit die genetische Vielfalt einer Tierart in Zukunft aufrechterhalten bleibt.