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Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Tadorna tadorna
Verbreitung: Europa, Asien
Lebensraum:
Lebensweise: außerhalb der Paarungszeit in geselligen Trupps
Nahrung: Schnecken, Muscheln, Krebstierchen, Wasserinsekten, Larven, Wasserpflanzen
Grösse: 62 bis 65 cm
Gewicht: 800 bis 1400 g
Paarungszeit: im Frühjahr
Trag-Brutzeit: 28 bis 30 Tage
Wurf-Gelege: 7 bis 12 Eier
Geschlechtsreife: mit 2 Jahren
Lebenserwartung: über 20 Jahre

Die Brandgans ist eine recht große, von weitem schwarzweiß wirkende Halbgans der Gezeitenzone und der küstennahen Seen und Flüsse Europas und Asiens. Die auffälligsten Merkmale der Brandgans sind der schwarzgrüne Kopf, das rostfarbene Brustband und der tiefrote Schnabel, der beim Männchen während der Brutzeit einen kräftigen Höckeraufsatz aufweist. Während der Frühjahrs- und Sommermonate ist die Brandgans ein weit verbreiteter Brutvogel entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste sowie auf den vorgelagerten Inseln.

Mit Beginn des Frühjahrs kehren die fest verpaarten Brandgänse aus ihren weit verstreut liegenden Überwinterungsgebieten zurück und beginnen mit der Suche nach geeigneten Nistplätzen. Brandgänse sind Höhlenbrüter, die ihre Nester in 1-2 m langen Erdröhren in Dünen, Hängen, Dämmen und Uferböschungen errichten. Gerne werden hierzu alte Kaninchen- oder Fuchsbaue genutzt, die mit Dunen und Brustfedern ausgepolstert werden. Häufig werden zudem künstliche Brutröhren angeboten und auch unter Hütten und Platten oder in Baumhöhlen finden sich gelegentlich Nester der Brandgänse. Die Eiablage beginnt Ende April. Sieben bis zwölf rahmfarbene Eier werden von dem Weibchen in 48stündigen Intervallen gelegt und anschließend 28 bis 30 Tage lang erbrütet.

Der Ganter wacht während dieser Zeit in Nestnähe, jedoch selten direkt vor dem Höhleneingang. Nach dem Schlupf werden die Küken in seichte Wasserstellen entlang des Ufersaumes oder ins Wattenmeer geführt. Hier werden die Jungvögel in großen „Kindergärten“ vereint, die von wenigen, zumeist nicht brütenden Altvögeln geführt werden. Die übrigen Altvögel verlassen die Jungen und ziehen zu den Mausergründen. So versammeln sich alljährlich etwa 100 000 Brandgänse in der Deutschen Bucht, um dort ihr Gefieder zu erneuern. Nach der Mauser ziehen die Altvögel und die nunmehr flugfähigen Jungen gemeinsam in die Winterquartiere. In Zoologischen Gärten werden die wenig anspruchsvollen und winterfesten Brandgänse gerne gehalten. Für eine erfolgreiche Zucht müssen geeignete Bruthöhlen geboten werden.