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Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Pteronura brasiliensis
Verbreitung: Südamerika
Lebensraum:
Lebensweise: Familienverband
Nahrung: Fische, Krebse, andere Wassertiere
Grösse: 90 bis 140 cm, plus 50 bis 70 cm Schwanz
Gewicht: 22 bis 32 kg, Neugeborene 170 bis 240 g
Paarungszeit: ganzjährig
Trag-Brutzeit: 65 bis 70 Tage
Wurf-Gelege: 1 bis 5 Jungtiere
Geschlechtsreife: nach 2 bis 3 Jahren
Lebenserwartung: bis 15 Jahre

Mit einer Gesamtlänge von etwa 2 m und einem Körpergewicht bis 32 kg ist der Brasilianische Riesenotter der größte Vertreter der Marderartigen. Das Fellkleid des Riesenotters ist einheitlich braun gefärbt, mit Ausnahme des cremefarbenen Kehlflecks, der bei jedem Tier andersartig geformt ist und somit als individuelles Erkennungsmerkmal genutzt werden kann.

Als typischer Wasserbewohner verfügt der Riesenotter über gut ausgeprägte Schwimmhäute und einen horizontal abgeflachten Schwanz. Hierauf bezieht sich auch der wissenschaftliche Name des Riesenotters: Pteronura brasiliensis – brasilianischer Flügelschwanz.

Riesenotter sind sehr gesellige Tiere, die in festen Familienverbänden leben, bestehend aus einem lebenslang zusammenbleibendem Elternpaar und den Jungtieren der letzten drei Würfe. Die tagaktiven Tiere leben in den flachen Flußläufen des tropischen Regenwaldes, wo sie äußerst ruffreudig ihr Territorium gegenüber Artgenossen verteidigen.

In Zoologischen Gärten werden Riesenotter sehr selten gehalten. Die einzige erfolgreiche Zucht außerhalb Südamerikas gelang in Hagenbecks Tierpark in Hamburg im Jahre 1990. Während der Brunftzeit zeigen die Weibchen katzenartiges Rollen. Die Paarung findet mehrmals täglich im Wasser statt. In einer Höhle in einer Uferböschung bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von 65 bis 70 Tagen 1 bis 5 Jungtiere zur Welt, die erstmalig nach 1 bis 2 Monaten die Bruthöhle verlassen. Mit drei Jahren sind die Jungtiere ausgewachsen.

In der Natur ist der Riesenotter stark von der Ausrottung bedroht. Obschon der frühere Fellhandel heutzutage verboten ist, führt die anhaltende Abholzung des tropischen Regenwaldes zu einem stetigen Bestandsrückgang der Riesenotter. Ehemals von Kolumbien bis Argentinien verbreitet, existieren heute nur noch vereinzelte Restpopulationen. Der heutige Gesamtbestand in Südamerika wird auf weit weniger als 3000 Tiere geschätzt.