Verwandtschaft: ,
Lateinischer Name: Tremarctos ornatus
Verbreitung: Südamerika
Lebensraum:
Lebensweise: Einzelgänger
Nahrung: Triebe und Früchte von Bromelien und Kakteen, Zweige, Sprossen; weniger Nagetiere, Vögel, Insekten
Grösse:
Gewicht: Männchen bis 175 kg, Weibchen bis 80 kg, Neugeborene 280 bis 360 gr
Paarungszeit: zumeist im Sommer
Trag-Brutzeit: 6,5 bis 8,5 Monate
Wurf-Gelege: 1 bis 3
Geschlechtsreife: zwischen 3 und 7 Jahren
Lebenserwartung: bis 40 Jahre

Der Brillenbär oder Andenbär lebt als einziger Bär in Südamerika und nimmt auch systematisch eine Sonderstellung ein: er ist der einzige überlebende Vertreter der so genannten Kurzschnauzenbären. Ausgewachsene männliche Tiere erreichen eine Länge von fast 2 m, bei einem Gewicht von bis zu 175 kg. Weibchen sind erheblich kleiner und leichter. Das Fell der Brillenbären ist schwarz und weist eine typische helle Gesichtsfärbung auf, der sie ihren Trivialnamen verdanken.

Brillenbären leben endemisch in den tropischen Anden Südamerikas und vorgelagerten Gebirgszügen. Die Bären nutzen fast alle verfügbaren Lebensräume mit Ausnahme der trockenen Gebirgswälder. Sie sind im vegetationsarmen Flachland wie auch in submontanen und montanen Waldgebieten mit saisonalem und immergrünem Baumbestand, in Sumpfgebieten, in Grasgebieten im Hochgebirge sowie in küstennahen Wüstengebieten zu finden.
Brillenbären sind Allesfresser, ernähren sich jedoch vorwiegend von Pflanzenmaterial wie Trieben und Früchten von Bromelien- und Kakteengewächsen. Seltener erbeuten sie Nagetiere, Insekten, Schnecken und Vögel.
Die Bären leben als Einzelgänger und bilden nur zur Paarungszeit Paare. Die Weibchen bringen ihre Jungtiere in Bauten allein zur Welt und betreuen diese bis zu zwei Jahre.

Informationen zur Lebensweise von Brillenbären in freier Wildbahn sind vergleichsweise selten. Sie gelten als tagaktiv mit maximaler Aktivität am Morgen und am frühen Abend. Sie leben vor allem am Boden, sind jedoch geschickte Kletterer und halten sich bei der Nahrungssuche oft auf Bäumen auf. Dort errichten sie teilweise aus abgebrochenen oder gebogenen Ästen Plattformen, um Früchte außerhalb ihrer Reichweite zu erreichen bzw. um zu ruhen. Im Gegensatz zu anderen Bären halten sie keine Winterruhe.

Die Bestände des Brillenbären gehen ständig zurück. Dies ist vor allem der Lebensraumzerstörung und der illegalen Jagd zuzuschreiben.