Verwandschaft:
Lateinischer Name: Cryptoprocta ferox
Verbreitung: Madagaskar
Lebensraum:
Lebensweise: Einzelgänger, Baum- und Bodenbewohner
Nahrung: kleine bis mittelgroße Säugetiere (u.a. Halbaffen), Vögel
Grösse: bis 80 cm, plus 70 cm Schwanz
Gewicht: Männchen bis 12 kg, Weibchen bis 8 kg, Neugeborene 100 g
Paarungszeit: im Frühjahr
Trag-Brutzeit: 55 bis 60 Tage
Wurf-Gelege: 1 bis 4
Geschlechtsreife: nach 3 Jahren
Lebenserwartung: über 20 Jahre

Die nur fuchsgroße Fossa oder Frettkatze ist das größte Raubtier auf der Insel Madagaskar. Ihre Gestalt ist katzenartig mit kleinem Kopf, schlankem Rumpf und körperlangem Schwanz. Das Fell ist einfarbig rostrot und sehr kurz und dicht. Als nachtaktiver Jäger bewegt sich die Fossa gleichermaßen flink und gewandt auf dem Boden und auf Bäumen. Bevorzugte Beute sind Halbaffen, Vögel und junge Haustiere, weshalb die Fossa bei der Bevölkerung Madagaskars nicht sehr beliebt ist.

Noch heute ist die systematische Stellung der Fossa unklar. Die Fossa vereinigt einige typische Merkmale sowohl der Schleichkatzen als auch der echten Katzen. Als lebendes Fossil, das bereits vor über 65 Millionen Jahren auf Madagaskar lebte, wird die Fossa in der heutigen Systematik als einziger Vertreter der Gruppe der Madagassischen Raubtiere geführt.

Fossas sind Einzelgänger, die nur zur Paarungszeit zwischen April und Mai zusammenfinden. Der Paarungsakt kann bis zu drei Stunden dauern. Hierbei ist die Verbindung von Männchen und Weibchen so fest, daß die Tiere während der Begattung klettern können. Die Weibchen sind für die Aufzucht der 1 bis 4 Jungen, deren Entwicklung ungewöhnlich langsam verläuft, alleine verantwortlich.

In Zoologischen Gärten werden Fossas nur sehr selten gezeigt. Die Erstzucht gelang im Jahre 1974 im Zoo von Montpellier in Frankreich. Von 1980 an war der Zoo Duisburg lange Zeit der einzige Zoo weltweit, der regelmäßige Zuchterfolge zu vermerken hatte. Das internationale Zuchtprogramm der Fossas wird vom Zoo Duisburg aus koordiniert.

Fossas sind heutzutage streng geschützt. Das Überleben der Tiere in der Natur kann jedoch nur gesichert werden, wenn auch ihr Lebensraum, die noch vorhandenen Wälder auf Madagaskar, unter Schutz gestellt werden.