Verwandtschaft: ,
Lateinischer Name: Gyps fulvus
Verbreitung: Eurasien, Nordafrika
Lebensraum:
Lebensweise: tagaktiv, gesellig
Nahrung: Aas
Grösse: 95 bis 105 cm
Gewicht: 7 bis 8 kg
Paarungszeit: Januar bis März
Trag-Brutzeit: 47 bis 54 Tage
Wurf-Gelege: 1 Ei
Geschlechtsreife: nach 5 bis 6 Jahren
Lebenserwartung: bis 40 Jahre

Mit einer Flügelspannweite von etwa 2,5 m zählt der Gänsegeier zu den größten Vögeln in seinem weiten Verbreitungsgebiet, das sich von Afrika über Süd- und Osteuropa bis nach Asien erstreckt. Gänsegeier sind an ihrem fahlbraunen Gefieder und dem langen, weißlich bedunten Hals zu erkennen. Erwachsene Vögel haben eine weiße Halskrause, die bei den unausgefärbten Jungvögeln noch braun gefärbt ist.

Gänsegeier sind ausschließlich Aasfresser, die im offenen Gelände nach Kadavern verendeter Tiere Ausschau halten. Als ausgezeichnete Segelflieger nutzen sie die Aufwinde, um in großer Höhe weit voneinander getrennt zu fliegen. Mit ihrem hervorragenden Sehvermögen können sie auf eine Distanz von mehreren tausend Metern einen Kadaver ausmachen. Zudem beobachten sich die Geier gegenseitig – sobald ein Geier einen Kadaver entdeckt hat und diesen anfliegt folgen ihm die übrigen Geier.

Gänsegeier ernähren sich hauptsächlich von den Eingeweiden der verendeten Tiere, die sie mit ihrem langen Hals mühelos erreichen können. Somit stehen Gänsegeier nicht in Konkurrenz mit anderen Geierarten, die sich an der Beute einfinden, wie z.B. die großschnäbligen Mönchsgeier, die Muskelfleisch, Hautstücke und Sehnen bevorzugen. Rangkämpfe am Aas, die mit keckernden und fauchenden Lauten begleitet werden, gibt es zumeist nur zwischen Vögeln innerhalb einer Art.

Zur Fortpflanzungszeit, die in den Wintermonaten beginnt, zeigen Gänsegeier auffällige Balzflüge, bei denen die beiden Partner dicht übereinander fliegen und alle Wendungen gemeinsam ausführen. Das einfache, aus zusammengetragenen Zweigen, Gräsern und Fellstücken erbaute Nest wird auf einem Felsvorsprung errichtet. Gänsegeier legen nur ein Ei, das etwa 50 Tage lang bebrütet wird.

Der Gänsegeier ist in weiten Teilen Europas ausgerottet. Die Zerstörung des Lebensraumes durch menschliche Erschließung und das Auslegen von Giftködern zur Bekämpfung von Füchsen sind die Hauptgründe, die zum Rückgang der Gänsegeier führten. Heute bemüht man sich um die Wiederansiedlung der Gänsegeier, insbesondere im Alpenraum und in den Pyrenäen.