Verwandtschaft: ,
Lateinischer Name: Hypogeomys antimena
Verbreitung: Madagaskar
Lebensraum:
Lebensweise: paarweise mit Jungtieren
Nahrung: Früchte, Blätter, Sprößlinge
Grösse: Schulterhöhe bis 15 cm
Gewicht: bis 1,4 kg
Paarungszeit: während der Regenzeit
Trag-Brutzeit: 140 bis 160 Tage
Wurf-Gelege: 1 bis 3 Jungtiere
Geschlechtsreife: mit 1 Jahr
Lebenserwartung: bis 10 Jahre

Die Madagaskar-Ratten sind durch ihre kaninchenähnliche Gestalt und ihre riesigen Ohren gekennzeichnet. Sie laufen gewöhnlich auf allen vier Pfoten, hüpfen aber auch häufig wie Känguruhs. Mit einem Gewicht bis 1,4 kg sind die Madagaskar-Ratten die größten Nagetiere auf Madagaskar.

Das Verbreitungsgebiet der Madagaskar-Ratten beschränkt sich auf ein winziges, kaum 1000 km² großes Areal in der schmalen Küstenzone des westlichen Trockenwaldes der Rieseninsel Madagaskar, nördlich der Ortschaft Morondava. Hier leben die Ratten in der permanent mit Trockenlaub bedeckten Bodenschicht der dort noch verbliebenen Waldregionen.

Tagsüber halten sich die Madagaskar-Ratten in Erdlöchern versteckt. Erst nach Einbruch der Dunkelheit zeigen sich die nachtaktiven Tiere auf der Suche nach Samen, Blättern und herabgefallenen Früchten.

Madagaskar-Ratten leben in einem festen Paarverbund, zu dem noch die Jungtiere der letzten zwei bis drei Jahre zählen. Jungtiere werden im November, zu Beginn der madegassischen Regenzeit, geboren. In den ersten Lebenswochen bleiben die Jungtiere im schützenden Bau der Eltern, bevor sie dann beginnen, ihre Umgebung zu erkunden. Nach einem Jahr sind die Jungtiere ausgewachsen.

In Zoologischen Gärten werden Madagaskar-Ratten sehr selten gehalten. Alle Tiere in Menschenobhut gehen auf den Zuchtstamm des Zoo Jersey zurück. Die Erstzucht in Deutschland gelang im Zoo Duisburg.

In der Natur sind Madagaskar-Ratten sehr stark bedroht. Ihr sehr kleines Verbreitungsgebiet steht unter ständigem Druck der wachsenden Bevölkerung, die Raubbau an den verbliebenen Waldgebieten betreibt, in denen die Ratten noch überleben.