Verwandtschaft: ,
Lateinischer Name: Rhea americana
Verbreitung: Südamerika
Lebensraum: Pampa
Lebensweise: gesellig in kleinen Gruppen
Nahrung: Gräser, Kräuter, Früchte, Insekten
Grösse: 125 bis 160 cm
Gewicht: 20 bis 25 kg
Paarungszeit: im Frühjahr und Sommer
Trag-Brutzeit: 35 bis 40 Tage
Wurf-Gelege: 10 bis 15 Eier
Geschlechtsreife: nach 2 bis 3 Jahren
Lebenserwartung: über 30 Jahre

Nandus sind flugunfähige Laufvögel, die die Grassteppen des Tieflandes, die Pampa sowie die Hochebenen der Gebirge Südamerikas bevölkern. Gerne als „Pampas-Strauß“ bezeichnet, sind die Nandus jedoch nicht enger mit dem wesentlich größeren und schwereren afrikanischen Strauß verwandt.

Nandus sind ausdauernde und schnelle Läufer mit kräftigen, muskulösen Beinen. Ihre Füße tragen drei Zehen, im Gegensatz zum Strauß, der nur zwei Zehen aufweist. Im schnellen Lauf heben die Nandus ihre Flügel, die als Ruder und Balancierorgan dienen, und es den Vögeln ermöglichen, schnelle Richtungsänderungen durchzuführen.

Während der Balzzeit im Frühjahr und Sommer stößt der Hahn bei weit aufgeblähtem Hals einen tiefen Ruf aus, auf dessen Klangbild der indianische Name „Nandu“ zurückzuführen ist. In seinem Revier, aus dem jeder männliche Nebenbuhler vertrieben wird, sammelt der Hahn 5 bis 7 Hennen, mit denen er sich nacheinander verpaart. Die Hennen legen ihre jeweils 10 bis 15 Eier in eine vom Männchen ausgewählte Bodenmulde. Das Männchen ist für die Brutpflege der etwa 10 x 14 cm großen, über 600 g schweren Eier alleine zuständig. Nicht alle Eier können von dem Männchen bebrütet werden, so daß ein Großteil der Eier Nesträubern zum Opfer fällt. Nach 35 bis 40 Tagen schlüpfen die Jungvögel, die sogleich das Nest verlassen und während der nächsten fünf Wochen vom Hahn geführt werden. Mit zwei bis drei sind die jungen Nandus ausgewachsen.

Die sehr genügsamen Nandus sind ausgesprochen standorttreu und halten sich ganzjährig in ihren festen Revieren auf. Sie ernähren sich vornehmlich von Gräsern und Kräutern und werden somit als Nahrungskonkurrenten für weidende Haustiere angesehen. Zunehmend schränken Weidezäune ihren natürlichen Lebensraum ein, was gebietsweise zu einem deutlichen Bestandsrückgang der Nandus führte.