Verwandtschaft: ,
Lateinischer Name: Rangifer tarandus
Verbreitung: Arktis
Lebensraum: Tundren, aber auch bewaldete Gebiete
Lebensweise: Herdentier
Nahrung: Flechten, Gräser, Rinde, Laub
Grösse: 90 bis 140 cm Schulterhöhe
Gewicht: bis 300 kg, Neugeborene 4 bis 9 kg
Paarungszeit: Herbst
Trag-Brutzeit: 220 bis 240 Tage
Wurf-Gelege: 1 Jungtier, selten 2
Geschlechtsreife: mit 2 Jahren
Lebenserwartung: über 20 Jahre

In seinem weit ausgedehnten Verbreitungsgebiet rund um den Nordpol bildet das Rentier verschiedene, sich in der Körpergröße stark unterscheidende Unterarten. Die kleinsten Formen, die selten mehr als 150 kg wiegen, leben in den Regionen der offenen Tundra. Hierzu zählt auch das europäische Rentier, das im Norden Skandinaviens beheimatet ist. Die größten Unterarten des Rentieres, wie z.B. das stattliche, bis 300 kg schwer werdende Karibu aus Nordamerika, leben in den Waldgebieten der nördlichen Taiga.

Als Anpassung an ihren arktischen Lebensraum haben Rentiere ein sehr dichtes Fell, das am Hals zu einer Mähne verlängert ist. Die Klauen sind weit zu spreizen und gewährleisten zusammen mit den bis auf den Erdboden reichenden Afterklauen eine große Trittsicherheit. Somit wird ein Einsinken im weichen, mit Schnee bedecktem Gelände erschwert. Interessanterweise entsteht beim Laufen der Rentiere ein lautes Knacken, was durch Sehnenbewegungen in den Fußgelenken erzeugt wird.

Im Gegensatz zu allen anderen Hirscharten tragen bei den Rentieren beide Geschlechter ein Geweih, was zu Beginn der Brunftzeit heranwächst und am Ende der Paarungszeit wieder abgeworfen wird. Alljährlich entsteht ein neues Geweih, was ausschließlich dem innerartlichen Kampf während der Paarungszeit dient.

In den Zoologischen Gärten der Welt werden Rentiere seit Jahrzehnten erfolgreich gehalten und gezüchtet. Auch im Zoo Duisburg pflegt man seit jeher eine große Gruppe, die alljährlich für reichlich Nachwuchs sorgt. Ähnlich wie in der Natur werden Rentiere in Zoologischen Gärten vornehmlich mit Flechten ernährt. Heu, Gras, Laub und Rinde ergänzen die Nahrung.

Im Freiland sind Rentiere noch zahlreich vertreten und gelten nicht als bedroht. Gebietsweise ist es gelungen, das Rentier als Haustier zu halten.