Schleiereule_PhS_a
Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Tyto alba
Verbreitung: Nördliche Halbkugel
Lebensraum: Städte, offene Parklandschaften
Lebensweise: Einzelgängerisch, auch in kleinen Gruppen
Nahrung: Kleine Wirbeltiere
Grösse: 30-40 cm
Gewicht: 400g
Paarungszeit: Frühjahr
Trag-Brutzeit: 30 Tage
Wurf-Gelege: 2-8 Eier
Geschlechtsreife: 1 Jahr
Lebenserwartung: 30 Jahre

Die Schleiereule ist ein omnipräsenter Vogel, der nahezu global vertreten ist und somit einer der am weitesten verbreiteten Vögel überhaupt. Ihrem markanten, herzförmigen weißen Gesicht verdankt die Schleiereule ihren Namen. Die runden Gesichtshälften bündeln den ankommenden Schall und leiten ihn trichterartig zu den kleinen, unsichtbaren Ohren der Eule nahe ihrer Augen. Diese Vorrichtung sorgt für das ausnehmend gute Gehör der Tiere, auf welches sie sich beim nächtlichen Beutefang fast vollständig verlassen.

Die Schleiereule ist ein friedfertiger Vogel. Auch wenn sie Jagdreviere besitzen, zeigen sie sich nicht besonders territorial. Oft überschneiden sich solche Gebiete und auch während der Brutzeit wurde schon beobachtet, dass sie in unmittelbarer Nachbarschaft von Uhu und Waldkauz Jungtiere großzogen. Auch untereinander zeigen sie sich kooperativ. Weibchen legen und bebrüten teilweise ihre Eier in einem Gemeinschaftsnest, welches bis zu 20 Eier umfassen kann, während das Männchen im Gegenzug seinen kleinen Harem mit Nahrung versorgt. Nach einem Monat schlüpfen die Jungvögel und werden von allen Altvögeln versorgt.

In Deutschland ist die Schleiereule zum Kulturfolger geworden, den es in Dörfer mit umliegender Agrarfläche zieht. So nutzt sie Scheunen und Ruinen als Unterschlupf und profitiert von der hohen Mäusedichte, welche sich oft in menschlichen Siedlungen findet. Dem Menschen ist sie ein willkommener Schädlingsbekämpfer und nicht selten sind Scheunen für sie extra mit Durchschlupflöchern versehen. Diese Maßnahmen stehen im Kontrast zu dem früher verbreiteten Aberglaube, im Zuge dessen man häufig Schleiereulen an Scheunentore genagelt vorfand, um Unheil abzuwenden.

Die Schleiereule ist ein häufiger Vogel, sowohl in freier Natur, als auch in zoologischen Gärten. Sie wird gerne vor einer farmähnlichen Kulisse gezeigt, denn längst repräsentiert diese ihren natürlichen Lebensraum.