Verwandtschaft: ,
Lateinischer Name: Nomascus leucogenys
Verbreitung: Südostasien
Lebensraum: Wälder
Lebensweise: tagaktiv, in Familiengruppen
Nahrung: Blätter, Früchte
Grösse: 45 bis 65 cm
Gewicht: 5 bis 6 kg, Neugeborene 300 bis 400 g
Paarungszeit: ganzjährig
Trag-Brutzeit: 200 bis 215 Tage
Wurf-Gelege: 1 Jungtier
Geschlechtsreife: mit 5 bis 7 Jahren
Lebenserwartung: bis 40 Jahre

Schopfgibbons sind mittelgroße Gibbons, die in sieben Arten, die früher oft als Unterarten einer Art angesehen wurden, die dichten Regenwälder Südostasiens bevölkern. Am bekanntesten ist der Nördliche Weißwangengibbon. Hier tragen die schwarzen Männchen einen deutlichen weißen Wangenbart. Die weiblichen Tiere hingegen haben eine fahlgelbe Fellfarbe. Lediglich auf dem Scheitel findet sich ein schwarzer Fellfleck und auch das Gesicht ist schwarz gefärbt. Jungtiere werden grundsätzlich mit hellem Fellkleid geboren und färben mit einem Jahr um zum schwarzen Fell. Bei den weiblichen Tieren findet bis zur Geschlechtsreife mit 4-6 Jahren dann wieder ein Wechsel zum hellen Fell statt. Der Name Schopfgibbon beruht auf einem Längskamm längerer aufrecht stehender Kopfhaare beim männlichen Tier.

Wie alle Gibbons so sind auch die Schopfgibbons hervorragend an das Leben in Bäumen angepaßt. Ihre kräftigen Arme und Hände sind stark verlängert und ermöglichen mit den wie Greifhaken wirkenden Finger ein geschicktes Schwinghangeln im hohen Geäst der Urwaldbäume. Nur sehr selten klettern Schopfgibbons auf den Waldboden, wo sie in aufrechter Haltung laufen und versuchen, mit den überlangen Arme das Gleichgewicht zu halten.

Schopfgibbons leben in einem festen Familienverband, bestehend aus dem Elternpaar und Jungtieren verschiedenen Alters. Die Jungtiere werden nach einer Tragzeit von etwa 7 Monaten geboren und insgesamt 2 Jahre lang von der Mutter betreut. Bis zur Geschlechtsreife im Alter von 5 bis 7 Jahren verbleiben die Jungtiere im Elternverband. Die Familie bewohnt ein festes Territorium, das gegenüber Artgenossen verteidigt wird. Mit lauten Rufen, die durch einen kleinen Kehlsack verstärkt werden, stecken die Schopfgibbons alltäglich die Grenzen ihres Reviers ab.

Der Bestand der Schopfgibbons im Freiland ist in den letzten Jahren stark rückläufig. Illegale Bejagung und vor allem die anhaltende Zerstörung des natürlichen Lebensraumes durch Abholzung der Wälder führten gebietsweise zur Ausrottung der Schopfgibbons. Strenge Schutzmaßnahmen sollen das Überleben der letzten Schopfgibbons sichern.