Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Phoca vitulina
Verbreitung: Nordatlantik und Nordpazifik
Lebensraum:
Lebensweise: in kleinen Gruppen
Nahrung: Fische, Tintenfische, Krabben
Grösse: Männchen 130 bis 190 cm, Weibchen 120 bis 170 cm, Neugeborene 70 bis 80 cm
Gewicht: Männchen über 100 kg, Weibchen 45 bis 80 kg, Neugeborene 10 bis 15 kg
Paarungszeit: im Sommer
Trag-Brutzeit: 10 bis 11 Monate
Wurf-Gelege: 1 Jungtier
Geschlechtsreife: nach 4 bis 6 Jahren
Lebenserwartung: bis 40 Jahre

Der Seehund ist die bekannteste Robbenart der europäischen Küstengewässer. Im Gegensatz zu der ebenfalls dort heimischen Kegelrobbe besitzt der Seehund einen rundlichen Kopf und bleibt zudem bei einer maximalen Körperlänge von 190 cm deutlich kleiner als die Kegelrobbe.

Seehunde haben ein kurzes, glattes Fell mit einem graubraunen bis hellgrauen Farbeinschlag und kontrastierenden Flecken – und Ringzeichnungen. Die Augen sind groß und rund. Äußere Ohrmuscheln fehlen. Zur Familie der Hundsrobben zählend, können sich Seehunde an Land lediglich mit Hilfe der Vorderflossen „robbend“ fortbewegen. Im Wasser hingegen sind Seehunde schnelle und gewandte Schwimmer.

Seehunde sind sehr stark an seichte Küstengewässer gebunden. Nicht selten sieht man Seehunde jedoch auch weit in Flüsse hineinschwimmen. Im Sommer zur Zeit der Jungtieraufzucht und des jährlichen Fellwechseln bevorzugen Seehunde die Sandbänke der weiten Wattenmeere. Auf diesen Sandbänken werden die Jungtiere geboren. Das wollige, für Kegelrobben typische nicht wasserabweisende Säuglingskleid wird bei Seehunden schon vor der Geburt abgestreift, so daß junge Seehunde schon kurz nach der Geburt das Wasser aufsuchen können.

Häufig findet man in den Sommermonaten junge Seehunde auf Sandbänken liegend, einen Heulschrei von sich geben (sogenannte „Heuler“). Dies ist ein Kontaktschrei zwischen Jungtier und Mutter. In den seltensten Fällen handelt es sich hierbei um mutterlose Tiere.

Durch eine Virusinfektion ist der Bestand der Seehunde in den Küstengewässern der Nordsee stark dezimiert worden. Heute gelten die Populationen als stabil, so daß der Seehund derzeit nicht als bedroht gilt. Zudem werden Seehunde in Zoologischen Gärten häufig gehalten und seit vielen Jahren erfolgreich und regelmäßig gezüchtet.