Verwandtschaft: ,
Lateinischer Name: Symphalangus syndactylus
Verbreitung: Malaysia, Indonesien
Lebensraum: Berg- und Regenwälder
Lebensweise: tagaktiv, in Familiengruppen
Nahrung: Blätter, Früchte
Grösse: 70 bis 95 cm
Gewicht: 10 bis 15 kg, Neugeborene 300 bis 500 g
Paarungszeit: ganzjährig
Trag-Brutzeit: 230 bis 235 Tage
Wurf-Gelege: 1 Jungtier
Geschlechtsreife: mit 7 bis 8 Jahren
Lebenserwartung: über 40 Jahre

Die nahezu 1 m großen Siamangs sind die größten Vertreter der in den Berg- und Regenwäldern Südostasiens beheimateten Gibbons. Alle Gibbons sind hervorragend an das Leben in Bäumen angepaßte Hangkletterer. Ihre Arme und Hände sind stark verlängert und die wie Greifhaken wirkenden Finger mit dem kurzen Daumen ermöglichen ein geschicktes Schwinghangeln im hohen Geäst der Urwaldbäume. Nur sehr selten klettern Gibbons auf den Waldboden, wo sie aufrecht auf den Hinterbeinen laufend und mit den überlangen Arme das Gleichgewicht haltend, recht unbeholfen wirken.

Siamangs tragen ein einheitlich schwarz gefärbtes, ausgesprochen dichtes und weiches Fell. Lediglich ein grauer Bart sticht bei den erwachsenen Tieren hervor. Ein Schwanz fehlt.

Siamangs leben in den feuchten Bergwäldern Südostasiens bis in Höhen von 2000 m. Erwachsene Tiere sind streng monogam. Die einzelnen Paare besitzen feste Territorien, die gegenüber Artgenossen verteidigt werden. Die Grenzen der Territorien werden allmorgendlich akustisch abgesteckt. Dann vollführt jedes Paar ein lautes Konzert von durchdringenden und weit reichenden Rufen, wobei der dehnbare Kehlsack der Tiere als Resonanzorgan dient. Männchen stimmen tiefere Töne an, wohingegen die Weibchen in einer höheren Stimmlage rufen. Das Konzert der Siamangs ist eines der beeindruckendsten Erlebnisse im Urwald Malaysias und Indonesiens.

Nach einer Tragzeit von etwa 7 Monaten wird ein Jungtier geboren, das etwa 2 Jahre lang von der Mutter betreut wird. Bis zur Geschlechtsreife im Alter von 7 bis 8 Jahren verbleibt das Jungtier im Elternverband.

Durch Abholzung des Regenwaldes sind Siamangs in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes gefährdet. Strenge Schutzmaßnahmen sollen ihr Überleben sichern. In Zoologischen Gärten werden Siamangs recht häufig gehalten und seit vielen Jahren erfolgreich gezüchtet. Zoogehege müssen so beschaffen sein, daß die Tiere ausgiebig Klettern und Schwinghangeln können.