südl tamandua_PhS_a
Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Tamandua tetradactyla
Verbreitung: Südamerika
Lebensraum:
Lebensweise: Einzelgänger
Nahrung: Ameisen, Termiten, Früchte
Grösse: 52 bis 67 cm Körperlänge, plus 40 bis 67 cm Schwanz
Gewicht: 3,5 bis 6,0 kg, Neugeborene 225 bis 400 g
Paarungszeit: ganzjährig
Trag-Brutzeit: 6 Monate
Wurf-Gelege: 1 Jungtier
Geschlechtsreife: mit 1 Jahr
Lebenserwartung: über 10 Jahre

Mit dem langgestreckten, schmalen Kopf, dem muskulösen Wickelschwanz und den kräftigen Krallen der Vorderpfoten ist der Tamandua als kleiner Bruder des Großen Ameisenbären genauso unverwechselbar. Der dünne, röhrenförmige Kiefer ist völlig zahnlos und endet in einer kleinen Mundöffnung, die der langen, mit klebrigem Schleim bedeckten Zunge Durchschlupf ermöglicht. Kräftig sind die etwa 5 Zentimeter langen Krallen der Vorderpfoten, mit denen sich der sonst weitgehend friedfertige Ameisenbär gegenüber seinen natürlichen Feinden, wie z.B. Großkatzen (Puma, Jaguar) sowie Greifvögeln, zu verteidigen vermag.

Tamanduas sind boden-, vor allem aber baumbewohnende Einzelgänger, die tagsüber ihre nicht fest umgrenzten Reviere nach Nahrung durchstreifen. Mit der ständig schnüffelnden Nase stöbern Ameisenbären vor allem Baumtermiten und -ameisen auf, deren Bauten sie mit ihren Krallen aufzubrechen vermögen. Anschließend werden die Kerbtiere mit der außerordentlich langen, in jede Ritze eindringenden Klebzunge aufgefangen. Bis 160 mal in der Minute kann die Zunge aus der kleinen Mundöffnung herausgestoßen und wieder eingezogen werden. Die an der Zunge klebende Beute wird beim Einziehen an den Hornpapillen des Gaumens abgestreift. Neben Ameisen und Termiten ernähren sich Tamanduas auch von Früchten.

Tamanduas werden äußerst selten in Zoologischen Gärten gehalten. Zuchterfolge stellten sich in Europa erstmalig im Jahre 1984 ein. Tamanduas können paarweise gehalten werden, obschon sich die Tiere außerhalb der Brunstzeit wenig kontaktfreudig zeigen. Als Futter bietet man ein dickbreiiges Gemisch aus durchgedrehtem Fleisch, Hundekuchen, Obst, Gemüse, Joghurt, Honig, Milch und Wasser, dem Vitamin- und Mineralstoffe sowie ein wenig Erde beigemischt werden. Der Bestand in der Wildbahn ist gefährdet, zum Teil durch illegale Bejagung, vor allem jedoch durch die Zerstörung des natürlichen Lebensraumes im Rahmen der fortschreitenden Landkultivierung.