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Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Ploceus cucullatus
Verbreitung: Zentral- und Südafrika
Lebensraum: Randbereiche von menschlichen Siedlungen und Wäldern
Lebensweise: Schwarm
Nahrung: Sämereien, Insekten
Grösse: 16 cm
Gewicht: 40 gr
Paarungszeit: ganzjährig
Trag-Brutzeit: 14 Tage
Wurf-Gelege: 2-4 Eier
Geschlechtsreife: 1 Jahr
Lebenserwartung: bis zu 20 Jahre

Der Webervogel ist ein Afrikanischer Singvogel, der sich in großen Gruppen am wohlsten fühlt. Wie bei allen Webervögeln, tritt auch beim Textorweber ein Geschlechtsdimorphismus auf. Während die Männchen einen schwarz gefärbten Kopf und leuchtend gelbes Brustgefieder besitzen, sind die Weibchen eher unscheinbar gefärbt. Nicht jeder Webervogel in gedeckten Farben darf jedoch als Weibchen angesehen werden: Alle Jungvögel und die auch die Männchen außerhalb der Brutperiode sind in ein täuschendes Schlichtkleid gehüllt.
Wie auch ihre europäischen Verwandten die Spatzen, bevorzugen Textorweber Sämereien als Nahrung. Während der Jungenaufzucht bedienen sie sich hingegen großzügig an Insekten, da die Jungtiere auf die tierische Kost angewiesen sind um aufzuwachsen.
In Brutstimmung wählen die geselligen Textorweber als Schwarm einen geschützten Baum aus, auf dem sie ihre Hängenester dicht an dicht erreichten. Eine solche Kolonie von Textorwebern kann bis zu 1000 Nester umfassen! Der Bau dieser nierenförmigen Konstrukte ist dabei ausschließlich den Männchen vorbehalten. Im Gegenzug wird sich später allein das Weibchen um das Ausbrüten und Aufziehen der Jungvögel kümmern.
Textorweber sind ähnlich wie Spatzen typische Kulturfolger und daher nicht bedroht.  Zudem wurden einige Webervögel im 20. Jh. durch den Menschen auf der karibischen Insel Hispaniola  ausgewildert, wo sich mittlerweile eine stabile Population etabliert hat.  Ihr größter Feind ist wohl der Goldkuckuck, der seine Eier in die Nester der Textorweber legt und seine Jungtiere durch das ahnungslose Weberweibchen aufziehen lässt. Um dem vorzubeugen, sind die Eier der Textorweber überaus variabel gestaltet und jedes Weibchen besitzt für sich ein individuelles Erkennungsmuster aus Farben und Sprenkeln, um ihre Eier von den Kuckuckseiern unterscheiden zu können. Interessanter Weise sind die Eier der karibischen Textorweber deutlich homogener in ihrem Aussehen, was vermutlich auf das Fehlen dieses Brutparasiten zurückzuführen ist.