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03. Januar 2012:

tigerbaby_03012012Inzwischen bin ich schon über ein halbes Jahr alt und warte immer noch auf meinen ersten Schnee. Der lässt ja in diesem Winter ganz schön lange auf sich warten... Derweil nutze ich die Zeit sinnvoll und perfektioniere meinen Nackenbiss! Baumstämme waren gestern - jetzt geht's auf lebende Beute! Und kann man sich dafür ein besseres Opfer als die eigene Mutter vorstellen?!
 

27. Dezember 2011:

tigerbaby_17122011Puh, Weihnachten ist ja so anstrengend – vor allem das viele Essen… Natürlich haben meine Mama und ich auch ein besonders schönes Stück Fleisch bekommen!
In der Wildbahn erlegen meine Verwandten gerne Hirsche und können – je nachdem, wie hungrig sie sind – 18 bis 40 kg auf einen Schlag verschlingen! Wenn von dem Beutetier noch etwas übrig bleibt, kommen sie dann mehrere Tage lang immer mal wieder zurück und fressen noch daran. Zumindest, wenn in der Zwischenzeit kein anderes Tier einfach die Beute stibitzt hat!
Ich hingegen mache da doch lieber noch ein kleines Verdauungsnickerchen…
 

14. Dezember 2011:

tigerbaby_14122011Auch ein noch so freches Tigermädchen wie ich muss ab und zu mal mit der Mama schmusen. Nur gut, dass unser Gehege so gut bewachsen ist – da haben es die Fotografen schwer, mich bei solchen weichen Momente vor die Linse zu bekommen. Schließlich muss ich mein gefährliches Raubkatzen-Image aufrecht erhalten!
Trotzdem ist das Kuscheln mit meiner Mutter sehr wichtig, denn so bleibt unsere Bindung gefestigt, so lange ich noch nicht selbstständig bin. Auch wenn wir junge Sibirische Tiger ab dem Alter von einem Jahr schon selbst ein wenig jagen können, bekommen wir insgesamt etwa vier Jahre lang alles Wichtige von unseren Müttern beigebracht, bevor wir uns dann ein eigenes Revier suchen.
 

28. November 2011:

tigerbaby_28112011Heute habe ich das herrliche Novemberwetter genutzt, um typisches Jagdverhalten zu üben. Die kalten Temperaturen machen mir dabei durch mein warmes Fell überhaupt nichts aus. Also habe ich mich todesmutig an den liegenden Baumstamm herangepirscht, um ihn schließlich mit einem kraftvollen Sprung in den Nacken zu Fall zu bringen! Wäre der Stamm ein echtes Tier, müsste ich anschließend natürlich noch meine Zähne in seine Kehle schlagen. Bei kleiner Beute reicht meist sogar schon der Nackenbiss mit meinen langen Eckzähnen.
 

10. November 2011:

tigerbaby_10112011Der Winter naht und selbst hier in Duisburg gab es in den letzten Jahren ja auch richtig viel Schnee. Meine Art ist im Amurgebiet im kalten Sibirien zuhause und super gegen extreme Kälte geschützt. Wenn mir mein langes Winterfell in den nächsten Wochen komplett gewachsen ist, kann ich Temperaturen von bis zu - 50°C locker aushalten! Mein Winterfell wirkt im Vergleich zum Sommerfell ein bisschen zotteliger und zeigt öfters kleine Ansätze von Mähnen. Im Übrigen sieht im Winter auch mein Schwanz ziemlich buschig aus. Grund genug, mich auch mal im Winter zu besuchen!
 

03. November 2011:

tigerbaby_03112011Leute, hier lebt sich’s echt wie im Schlaraffenland! Was wäre ich ohne meine fürsorglichen Pfleger? Die Fleischportionen sind ordentlich groß und riechen so gut, dass ich es kaum erwarten kann, reinzubeißen. Auf den Knochen kann ich rumkauen und die letzten Fleischreste stundenlang mit meiner rauen Zunge abschlecken. Und was die sich immer einfallen lassen, um bei mir keine Langeweile aufkommen zu lassen, ist echt klasse. Mein Futter muss ich mir erkämpfen, weil’s in einer Papiertüte versteckt oder aufgehängt wird. Papiertüten zerfetzen macht mir riesig Spaß. Ab und zu werden spannende Gewürze und Düfte auf die Anlage gebracht, damit ich den ganzen Tag damit beschäftigt bin herauszufinden, wo die Quelle ist und wonach es riecht.
 

27. Oktober 2011:

tigerbaby_27102011Ich versuche gerade, meinen Namen zu brüllen. Seit heute heiße ich AHIMSA. Den Namen hat mir mein Tierpate gegeben. Dieses Wort hat seine Herkunft in der altindischen Sprache Sanskrit und steht für Gewaltlosigkeit, Liebe, Mut und Seelenstärke. Ein wirklich gut gewählter und schöner Name. Danke lieber Pate!
 

20. Oktober 2011:

tigerbaby_19102011Heute muss ich mal unsere Zoo-Fotografin Claudia Kuster loben. An ihr riesiges Objektiv musste ich mich zwar erst gewöhnen - sieht ja auch aus wie ein übergroßes Auge, das einen beobachtet! Alle paar Tage kommt sie mich besuchen und hofft natürlich auf tolle Schnappschüsse. Und die gab’s ja schon reichlich, wenn man sich mein Tagebuch ansieht. Naja, wenn ich sehe, dass sie wieder vor meinem Gehege steht, helfe ich natürlich gern...  Wink
 

17. Oktober 2011:

tigerbaby_17102011Beim Trinken sind wir Katzen total trickreich! Habt ihr euch unsere kunstvolle Technik schon mal angesehen? Im Gegensatz zu Hunden schöpfen wir das Wasser nicht mit der Zunge, sondern wir ziehen es regelrecht in den Mund. Das Wasser bleibt nämlich kurz an unserer Zunge kleben, und wenn wir die Zunge wieder nach oben schnellen lassen, entsteht dabei ganz kurz ein Unterdruck. Dieser Unterdruck zieht eine kleine Wassersäule mit hinauf. Bevor diese Säule wieder nach unten fallen kann, schnappen wir zu - und das Wasser ist im Maul. Übrigens sind wir etwas langsamer als unseren kleinen Kollegen, die Hauskatzen: sie schaffen’s viermal pro Sekunde, wir nur zweimal!
 

07. Oktober 2011:

tigerbaby_07102011Heute muss ich dringend meine etwas stumpf gewordenen Krallen schärfen! Sie bestehen aus Horn, das genaus  so nachwächst wie euer menschlicher Fingernagel auch. Durch mein instinktives Schärfen der Krallen an Bäumen und sonstigen geeigneten Strukturen auf der Freianlage wird die äußere Hornschicht der Krallen abgefeilt und das nachwachsende Horn geschärft. Klasse, so sind meine Waffen wieder scharf und ich kann meine ganz eigenen Markierungen an Bäumen hinterlassen. Sie tragen dann sozusagen meine persönliche „Kratz“schrift.
 

27. September 2011:

tigerbaby_27092011Ein Maiskolben als Tiger-Mahlzeit?! Nein, natürlich brauche ich Fleisch zum Wachsen! Aber der Maiskolben ist als Spielzeug eine Wucht. Meine Pfleger lassen sich jeden Tag etwas Neues einfallen, um mich zu beschäftigen. Klar, ein Gehege ist nun mal irgendwo begrenzt - nach und nach lerne ich mein Zuhause immer besser kennen. Da ist etwas Abwechslung super, sonst wird’s ein bisschen öde. Den Maiskolben kann ich zerpflücken und zerlegen, ihn vor mir herkicken, ins und durchs Wasser zerren oder ganz einfach aus der Distanz anschleichen und „erlegen“. Schön!


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