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Verwandschaft: ,
Lateinischer Name: Camelus ferus bactrianus
Verbreitung: Vorder- und Zentralasien
Lebensraum:
Lebensweise: Herdentier
Nahrung: Gräser, Kräuter, Zweige, Rinde, Laub
Grösse: 180 bis 230 cm
Gewicht: 450 bis 900 kg, Neugeborene 30 bis 60 kg
Paarungszeit: im Frühjahr
Trag-Brutzeit: 385 bis 440 Tage
Wurf-Gelege: 1 Jungtier
Geschlechtsreife: mit 3 bis 4 Jahren
Lebenserwartung: über 25 Jahre

Das Trampeltier wirkt wesentlich wuchtiger im Körperbau als das in Afrika und Arabien beheimatete Dromedar. Im Gegensatz zu dem einhöckerigen Dromedar trägt das Trampeltier zwei Höcker auf dem Rücken. Wie beim Dromedar besteht jeder Höcker aus Binde- und Fettgewebe und dient in Zeiten der Futterknappheit als Nahrungsreserve.

Trampeltiere bewohnen die Trockengebiete Vorder- und Zentralasiens, die durch sehr heiße Sommer und durch eiskalte Winter mit Temperaturen bis – 30°C charakterisiert sind. Dementsprechend besteht das Winterfell der Trampeltiere aus einer sehr dichten, langen, wärmenden Wolle, was nach dem Haarwechsel im Frühjahr einem kurzen Sommerfell Platz macht.

Trampeltiere sind hervorragend an das Leben in der Wüste angepaßt. Breite Füße mit dicken Schwielensohlen verhindern ein Einsinken in den weichen Wüstensand. Schlitzförmige Nasenlöcher, die verschlossen werden können, und dichte Haare in den Ohren halten den aufgewehten Sand fern. Zudem sind die Tiere in der Lage bei einer Tränkung bis zu 150 Liter Wasser zu trinken, um anschließend tagelang ohne zusätzliches Wasser auszukommen.

In Zoologischen Gärten werden Trampeltiere häufig gehalten. Aufgrund der kurzen Schrittlänge der Trampeltiere dienen flache Gräben ohne zusätzliche Zäune als ausreichende Umfriedung der Aussenanlagen. Die Tiere sind winterhart und können ganzjährig im Freien mit einfachem Unterstand gehalten werden. Als Futter bietet man neben Heu, frischem Gras und Zweigen auch Gemüse, Brot und Pellets. Zuchterfolge stellen keine Seltenheit dar.

In der Natur dürfte die Stammform des Trampeltieres ausgestorben sein. Bereits vor 4500 Jahren wurde jedoch eine Haustierform des Trampeltieres gezüchtet, dem alle heutigen Trampeltiere zuzuordnen sind. Trampeltiere werden gerne als Reit-, Zug- und Lasttiere eingesetzt. Frachten bis 250 kg werden problemlos getragen. Zudem liefern Trampeltiere wertvolle Wolle, Haut, Fleisch und Milch. Der Kot der Tiere wird vielerorts getrocknet und als Brennmaterial genutzt.