Verwandtschaft: ,
Lateinischer Name: Bos primigenius f. taurus
Verbreitung: Ostafrika
Lebensraum:
Lebensweise: Herdentier
Nahrung: Gräser, Kräuter, Blätter
Grösse: 110 bis 125 cm
Gewicht: Männchen bis 550 kg, Weibchen bis 350 kg, Neugeborene 25 bis 30 kg
Paarungszeit: ganzjährig
Trag-Brutzeit: 270 bis 290 Tage
Wurf-Gelege: 1 Jungtier
Geschlechtsreife: mit 2 bis 3 Jahren
Lebenserwartung: über 20 Jahre

Das Watussi-Rind, das nach einem gleichnamigen Nomadenstamm in Uganda und Ruanda benannt ist, entstand aus der Kreuzung von altägyptischen Langhornrindern und hochbuckeligen Zebus. Entgegen den Zebus ist der Buckel der Watussi-Rinder nur wenig ausgeprägt. Auffälligstes Merkmal sind die extrem langen, ebenmäßig geschwungenen, weit auslegenden Hörner, die eine Länge von 160 cm erreichen können. Beide Geschlechter tragen Hörner, die bei den größeren Männchen jedoch etwas kräftiger ausgebildet sind als bei den kleineren Weibchen. Die Körperfarbe der Watussi-Rinder ist zumeist ein kräftiges, einfarbiges rotbraun, obschon auch schwarze und weiß gescheckte Tiere anzutreffen sind.

Watussi-Rinder werden vornehmlich zu kultischen Zwecken gehalten. So steigt das Ansehen des Besitzers mit der Anzahl der in seinem Besitz befindlichen Tiere. Die Rinder werden vorwiegend als Handelsware oder als Mitgift genutzt.

Das landwirtschaftliche Potential der Tiere ist gering. Geschlachtet werden die Tiere nur zu speziellen Anlässen. Auch als Arbeitstiere sind die Watussi-Rinder nicht geschätzt. Gewonnen wird die Milch der Tiere, obschon der Ertrag sehr gering ist. Zudem wird das Blut getrunken, das an der Halsvene abgezapft wird. Der Kot der Tiere ist ein wichtiges Brennmaterial und dient zudem zum Hüttenbau. Der Urin wird für kosmetische Zwecke genutzt, ebenso wie das Blut.

In Zoologischen Gärten werden die imposanten Watussi-Rinder gerne gehalten und regelmäßig gezüchtet. In weiten Teilen Ostafrikas sind die Watussi-Rinder in verschiedenen Zuchtformen bei einigen Nomadenvölkern anzutreffen. Für den Naturschutz stellen die teilweise großen Rinderherden eine Bedrohung dar, da die Rinder in direkter Nahrungskonkurrenz mit zahlreichen Wildtieren stehen, und durch die übermäßige Nutzung des ohnehin spärlichen Pflanzenwuchses die Versteppung mancher Trockengebiete vorantreiben.