Verwandtschaft: ,
Lateinischer Name: Ciconia ciconia
Verbreitung: Europa, Asien, Afrika
Lebensraum: Feuchtgebiete, meist offenes Gelände
Lebensweise: paarweise
Nahrung: Regenwürmer, Insekten, Fische, Amphibien, Eidechsen, Schlangen, Kleinsäuger
Grösse: 110 cm
Gewicht: bis 4,5 kg
Paarungszeit: im Frühjahr
Trag-Brutzeit: 31 bis 34 Tage
Wurf-Gelege: 3 bis 5 Eier
Geschlechtsreife: nach 3 bis 5 Jahren
Lebenserwartung: bis 20 Jahre

Der ehemals in ganz Mitteleuropa verbreitete Weißstorch gehört zu den bekanntesten Vertretern der Ordnung der Vögel. Jedes Kind kennt den über 1 m großen und auffällig schwarzweiß gezeichneten „Klapperstorch“ mit seinen langen, roten Beinen und dem Schnabel. Vielerorts gilt der Weißstorch als Sinnbild des Glücks und des Kindersegens. Auch als nützlicher Schädlingsvertilger ist er geschätzt. Als „Meister Adebar“ ist der Weißstorch zudem in vielen Fabeln, Sagen und Märchen vertreten.

Heute ist der Weißstorch in Europa selten geworden. In Deutschland ist die Anzahl der Brutpaare in den Jahren von 1934 bis 1990 um über 80% gesunken, auf weniger als 800 Brutpaare. Ursachen für den beängstigenden Bestandsrückgang des Weißstorches liegen in der Zerstörung seines Lebensraumes, z.B. durch Trockenlegung von ehemals unberührten Feuchtgebieten und durch die zunehmende Zersiedlung der Landschaft. Heutzutage ist es eine Seltenheit, den Weißstorch auf einem Hausdach inmitten einer Ortschaft nisten zu sehen.

In Zoologischen Gärten werden Weißstörche recht häufig gehalten. Sie werden auf geräumigen Freianlagen gezeigt, vielfach in Vergesellschaftung mit anderen Stelzvogelarten. Als günstigste Gehegeform haben sich naturnah angelegte Teichgebiete erwiesen, auf denen die Vögel regelmäßig zur Zucht schreiten. Im Rahmen internationaler Wiederansiedlungsprojekte werden seit vielen Jahren im Zoo geschlüpfte Weißstörche zur Aufstockung bedrohter Wildpopulationen ausgewildert. Dennoch steht der Weißstorch in Deutschland weiterhin auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.