Vier Südliche Weißbartpekaris sind eingezogen

In der Zoolandschaft sind die Neuankömmlinge nur selten anzutreffen

Munter erkunden die vier neuen Bewohner im Zoo Duisburg ihr Gehege, durchwühlen den Boden nach Nahrung und grunzen zufrieden vor sich hin. Vor einigen Tagen zogen die Tiere aus dem Zoo Berlin an den Kaiserberg und haben sich mittlerweile gut eingelebt. Künftig möchte das Zoo-Team mit den zwei männlichen und zwei weiblichen Neuankömmlinge in die Zucht einsteigen und hofft auf baldigen Nachwuchs.

In der europäischen Zoowelt sind Südliche Weißbartpekaris eine Seltenheit – deutschlandweit werden die sympathischen Schweine nur noch im Zoo Berlin gehalten, im europäischen Ausland in gerade einmal sieben weiteren Einrichtungen. „Der Bestand der Südlichen Weißbartpekaris im Freiland gilt als gefährdet. Deswegen haben wir diese Tierart in unseren Bestand aufgenommen und möchten als neuer Halter aktiv dazu beitragen, eine langfristig stabile Zoopopulation aufzubauen“, erklärt Johannes Pfleiderer, zoologischer Leiter in Duisburg. In Teilen ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets, in Bolivien, Südbrasilien, Nordargentinien und Paraguay, sind Südliche Weißbartpekaris bereits ausgerottet worden. Lebensraumverlust und Jagd führen dazu, dass die übrigen Bestände weiterhin abnehmen.

Auch wenn Weißbartpekaris niedlich aussehen, ist Kuscheln nicht zu empfehlen. „Im Freiland traut sich selbst ein Jaguar nur selten, diese wehrhaften Tiere anzugreifen – ihre Zähne und Kiefer sind sehr kräftig. Alt- und Jungtiere werden von Jaguar oder Kaiman aber dennoch erbeutet“, weiß der Biologe. Im Zoo droht ihnen indes keine Gefahr. Vielmehr genießen sie einen Rundum-Service. Das ehemalige Wildhund-Gehege bietet den Tieren mit Schattenplätzen, Schlammsuhlen, Unterständen sowie ausreichend Platz einen optimalen Ersatzlebensraum. Der lockere, laubbedeckte Boden lädt zum Graben ein. Auf dem Speiseplan der Weißbartpekaris stehen Wurzeln, Blätter, Früchte und Nüsse, aber auch tierische Nahrung wie Eier oder Kleintiere nehmen die Allesfresser gerne an. Daher gibt es im Zoo unregelmäßig gekochte Eier, Küken oder Mäuse.