Zwei Höcker mehr in der Trampeltierfamilie

kamel1Seit seiner Ankunft im Jahre 2001 aus dem Zoo Heidelberg hat der 14jährige Trampeltierhengst SULTAN eindrücklich unter Beweis gestellt, dass er als Zuchthengst was „taugt“. Der jüngste Spross ist Nummer 14, wenige Wochen alt, männlich und noch namenlos. …

Oft hört man vor dem Gehege stehende Kinder ihre Eltern fragen, ob denn das Trampeltier etwas anderes sei als das Kamel und wie das Dromedar da hinein passen würde? Systematik ist nicht jedermanns Sache, und wenn einem dann noch der volkstümliche Sprachgebrauch einen Streich spielt, kommt als Antwort meist ein Achselzucken. Unter einem Kamel verstehen fast alle das zweihöckrige Trampeltier aus Asien. Dromedare sind dagegen einhöckrig und stammen aus Afrika und Arabien. Damit ist die Sache klar: Kamel steht als Überbegriff (systematisch: Gattung) für die beiden Arten Trampeltier und Dromedar.
Der Junghengst hat also zwei Höcker. Lange Zeit glaubte man, die Wüstenbewohner würden aufgrund der Hitze und Trockenheit überwiegend Wasser in ihren Höckern speichern. Die Höcker stellten sich letztlich aber als riesige Fettspeicher heraus, die es den Trampeltieren ermöglichen, bei Nahrungsknappheit längere Zeit davon zu zehren. Außerdem isolieren sie sehr gut gegen Kälte. Die Besucher konnten bei den erwachsenen Tieren eindrucksvoll sehen, wie sich die Höcker bei entsprechend guter Fütterung schon vor dem Winter prächtig aufgestellt haben.
Vorerst wird er sich mit Muttermilch begnügen müssen, die ihm die knapp 16jährige Stute RASHIDA ausreichend zur Verfügung stellt. Im Übrigen kümmert sich die vielfache Mutter hervorragend um ihr Jungtier! Es erkundet zurzeit erstmalig die Außenanlage und nimmt fleißig Kontakt zu seinen Familienmitgliedern auf. Seine Mutter lässt er dabei keine Sekunde aus den Augen. (18.03.13)